Ein Gerüst umgibt den Altbau des katholischen Kindergartens. Hohle Wände werden mit Beton gefüllt. Foto: Natalie Kanter

Der Umbau des katholischen Kindergartens St. Michael in Echterdingen schreitet voran. Die Kinder sind derzeit in Stetten untergebracht.

Echterdingen - Ein Hämmern und Kreischen tönt durch den Garten des katholischen Kindergartens St. Michael. Bauarbeiter betonieren die hohlen Wände, die vor wenigen Tagen ein Autokran über das Gelände an der Heckenrosenstraße/Ecke Bonländer Straße geschwenkt hat.

Auf dem Grün stehen Pfarrer Hans Stehle, Kirchenpfleger Hans-Jürgen Jung und Architekt Dieter Hoff. Die Herren sprechen über den Stand der Dinge. Und sind zufrieden. „Wir liegen derzeit unter dem Kostenrahmen“, erklärt der Architekt. Der Kirchenpfleger berichtet stolz über die Küche, in der Kinder mit Erzieherinnen künftig ein gesundes Frühstück selbst zubereiten können. „Das wird ein Vorzeigekindergarten“, sagt der Pfarrer.

Die Einrichtung wird seit April 2013 umgebaut und erweitert. Arbeiter schaffen Platz für zehn Kleinkinder. Die Gruppenräume für die 50 Kindergartenkinder werden vergrößert. Das Gebäude wird energetisch in Schuss gebracht. Das Gesamtpaket kostet 1,8 Millionen Euro. Die Stadt übernimmt 1,3 Millionen Euro. Den Rest zahlen die Kirchengemeinde und der Bund.

„Der Kleinkindbereich ist fertig“, erklärt Jung. Die Arbeiten am Altbau sind derweil noch in vollem Gang. Räume werden umgebaut. In einem kann der Nachwuchs künftig auch bei schlechtem Wetter malen, tonen, matschen. Es wird einen Mehrzweckraum geben – als verbindendes Element zwischen Alt- und Neubau. In dem Garten sind ein Baumhaus und Hängebrücken geplant.

Der Kindergartenbetrieb soll nach den Pfingstferien in den neuen Räumen wieder aufgenommen werden. Gerade sind die Mädchen und Jungen in Stetten untergebracht. Und zwar in jenem Gebäude, in dem bis vor kurzem die Schützlinge des katholischen Erlachkindergartens getobt haben. Zur Erinnerung: Der Erlachkindergarten hat mittlerweile sein neues Domizil in einem Neubau an der Jahnstraße bezogen.

„Eine Baustelle ist eine Baustelle“, sagt der Architekt. „Wir können die Kinder nicht den ganzen Tag mit Helmen herumlaufen lassen.“ Der Pfarrer erklärt: „Dass uns ein ganzes Kindergartengebäude als Ausweichquartier zur Verfügung steht, ist ein Geschenk des Himmels.“ Ein Wust von Problemen sei dadurch gelöst worden.

Diesen Satz würden wohl nicht alle Eltern so unterschreiben. Sie müssen ihre Kinder nun täglich mit dem Auto nach Stetten fahren. Das habe auch zu Unmut geführt, räumt Kirchenpfleger Jung ein. Die Gemeinde kommt den Müttern und Vätern aber entgegen. Sie hat Autositze angeschafft. Diese können die Eltern nutzen, wenn sie Fahrgemeinschaften bilden. Und sie hat einen gewissen Bonus bei den Beiträgen in Aussicht gestellt.

Ganz so, wie auf anderen Baustellen, können die Handwerker dennoch nicht schalten und walten. Denn in einem Container, den die Kirchengemeinde für ihre Kinder auf dem Gelände aufgestellt hat, spielen zehn Kleinkinder. Die Stadt hat sie dort untergebracht. Es galt den Bedarf an U-3-Plätzen in Echterdingen zu stillen, wie Bürgermeister Alexander Ludwig auf Nachfrage erklärt. „Wir wollten nicht warten, bis der Waldhornkindergarten fertig ist“, sagt er. Er versichert, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten sind. Bei schönem Wetter gehen die Erzieherinnen mit ihren Schützlingen ins Grüne. Auch im nahen Pfarrgarten dürfen sie toben und krabbeln – und damit fern der Baustelle.

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