Die Brautleute Laura und Christan Wrage Foto: Reiner Pfisterer

Die Katholische Kirche bietet im Aktivpark Bergheide einen ganz speziellen Kurs für Paare an.

Bad Cannstatt - Der kirchliche Segen ist vielen Paaren wichtig. Wer sich vor dem Ja-Wort mit seinen Erwartungen, Hoffnungen, der Beziehung, aber auch seinem Glauben intensiv auseinandersetzen möchte, für den bietet die katholische Kirche Ehevorbereitungskurse an. Laura und Christian Wrage haben einen ganz speziellen Kurs im Hochseilgarten im Aktivpark Bergheide in Bad Cannstatt besucht – und als bereichernd erfahren.

Laura und Christian Wrage haben sich angeseilt, Helme aufgesetzt, Karabiner eingehängt und sich auf die Höhe eingelassen – um nachher im Gespräch in die Tiefen ihrer Beziehung abzutauchen. Einmal im Jahr bietet die katholische Kirche in Stuttgart einen Ehevorbereitungskurs im Hochseilgarten an. Dann erhalten die Paare Anleitung im Sichern in großer Höhe, aber auch Ratschläge, wie man Konflikte in der Ehe auf gute Weise austragen kann. Für Laura und Christian Wrage war der Tag im Hochseilgarten zwar körperlich anstrengend, aber auch sehr bereichernd. „Es war gut, einerseits Erwartungen zu klären, aber andererseits auch zu sagen, was man an dem anderen schätzt.“

Austausch wichtig

Hilfreich fanden die beiden auch den offenen Austausch mit den anderen Paaren und die Impulse der Kursleiter. „Sich nochmals vor Augen zu führen, dass es in der Kommunikation eine Beziehungs- und eine Sachebene gibt, das hilft im Alltag“, sagt Laura Wrage, die aus Gaggenau stammt und ihren Mann im Maschinenbau-Studium in Stuttgart kennengelernt hat. Profitiert hat das Paar auch von den praktischen Tipps zur Gestaltung der kirchlichen Hochzeitsfeier, vom Austausch über den passenden Trauspruch und hilfreiche Apps. Auch die Erfahrungen, die die anderen Paare eingebracht haben, waren für das Stuttgarter Paar wertvoll. Der Ehevorbereitungskurs war ein Geschenk von Christian Wrages Eltern, die selbst vor Jahrzehnten vor ihrer Heirat einen Kurs besucht haben, aber nicht nur das: „Mein Vater hat als Pastoralreferent in Lübeck in den vergangenen Jahren immer wieder Ehevorbereitungskurse geleitet und erlebt, dass die Paare viel mit nach Hause nehmen.“

Gemeinschaft auf Lebenszeit

Für Laura und Christian Wrage war immer klar, dass sie kirchlich heiraten möchten: „Uns war es wichtig, Gottes Segen für die Ehe zu erbitten. Es ist eine Gemeinschaft auf Lebenszeit, die durch gute und schlechte Zeiten führen wird“, sagt die 28 Jahre alte Maschinenbauerin. Verbunden mit der Ehe ist auch der Wunsch nach eigenen Kindern. „Das gehört für uns beide unbedingt zu einer Ehe dazu“, sagt Laura Wrage. Die Kinder ihrer Schwester sind schon jetzt immer wieder zu Besuch bei dem Stuttgarter Ehepaar – was beiden Seiten viel Vergnügen bereitet. Die Bindung zur katholischen Kirche bringen die beiden von zuhause mit: Christian Wrage war über Jahre in St. Peter Ording aktiv, einer kleinen Gemeinde in der katholischen Diaspora. „Dort zu ministrieren war immer ein Erlebnis. Im Sommer die Kirche mit den vielen Urlaubern brechend voll, im Winter ist man unter sich“, erzählt der 29-Jährige. Weil die Gemeindemitglieder weit verstreut wohnen, mussten die Eltern die Kinder bei der Sternsingeraktion von Haus zu Haus fahren.

Ganz anders Laura Wrages katholische Welt in Gaggenau, wo die Sternsinger keinen Fahrdienst brauchen, sondern von Haus zu Haus ziehen. Auch sie war viele Jahre Ministrantin in ihrer Gemeinde. Bis heute ist sie eingebunden in die Sommerfreizeit der Gemeinde in Gaggenau, die sie als Kind selbst besucht hat, seit einigen Jahren ist sie als Betreuerin dabei und gehört auch zu den festen Organisatoren. „Fast meine ganze Familie ist in die Freizeit eingebunden, das ist sehr schön.“ Da die Bindung zur alten Gemeinde in Gaggenau noch so stark ist, haben sich die beiden Katholiken noch keine neue kirchliche Heimat in Stuttgart gesucht.

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