Fröhliche Gesichter bei der Spendenübergabe (von links): Ingrid Schwarz, Karin Kirschmann (beide vom Kitz), Helen Frey, Paula Abel, Matthias Ellinger, Tobias Mundel, Julia Wachter (vom Gymnasium). Foto: Katharina Kraft

Die Orangenaktion des Wilhelms-Gymnasiums gibt es seit über 40 Jahren. Dieses Jahr ging der Erlös an das Kindertherapiezentrum in Stuttgart – ein Angebot für Kinder und Jugendliche, die Gewalt erlebt haben.

Degerloch - Der Erfolg einer Therapie ist nicht einfach zu messen. Dennoch ist sich Ingrid Schwarz sicher, dass ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Gewalt erfahren haben, immer etwas bringt. Sie sagt: „Erfolg kann auch sein, dass ein Mädchen wieder die Wohnung verlässt.“ Schwarz ist Projektleiterin beim Kindertherapiezentrum Kitz, eine Einrichtung die zum Kinderschutz-Zentrum Stuttgart gehört. Das Konzept des Kitz hat auch die Schüler des Wilhelms-Gymnasiums überzeugt. Sie haben den Erlös ihrer Orangenaktion dem Kitz gespendet.

Es war die 42. Orangenaktion des Gymnasiums. An vier Tagen im Dezember hatten Schüler Orangen für einen guten Zweck verkauft und damit mehr als 4000 Euro eingenommen. Die Spendengelder werden abwechselnd für Projekte im In- und Ausland vergeben. Dieses Jahr haben die Schüler dafür gestimmt, die Spende an das Kitz zu geben. Tobias Mundel, der betreuende Lehrer, erzählt: „Die Schüler waren sehr beeindruckt von der Arbeit. Das Thema tangiert uns ja kaum da oben. Und wenn doch, dann spricht man es nicht an.“

Das Therapiezentrum braucht mehr Platz

Ingrid Schwarz und Karin Kirschmann vom Kitz wissen schon genau, was sie mit dem Geld anfangen möchten. Kirschmann sagt: „Wir wollen expandieren. Wir brauchen größere Räume.“ Schwarz fügt hinzu: „Wir brauchen dringend Hände und Geld.“ Die finanzielle Unterstützung haben die Schüler schon mitgebracht, Hände sollen auch noch folgen.

Paula Abel, die Schülersprecherin des Gymnasiums sagt, dass sie gerne mit ein paar Schülern vorbeikommen würde. Sie könnten zum Beispiel beim Streichen helfen. Diese Ankündigungen freuen die Projektleiterin des Kitz. „Ich denke, die Kinder spüren, dass es andere Menschen gibt, die etwas für sie tun“, sagt sie. Viele Kinder, die Gewalt erfahren haben – oft auch in ihrer Familie – denken, sie seien nichts wert, so Schwarz.

Für diese Kinder ist es sehr wichtig, wieder Vertrauen zu entwickeln, zu merken, dass sie etwas Besonderes sind, sagt sie. Jede vertrauensvolle Beziehung zu einer erwachsenen Person sei daher heilsam. Oftmals würden sich Menschen nach Jahren noch daran erinnern, dass zum Beispiel ein Lehrer an sie geglaubt hat.

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