Vor einem Hotel in Mogadischu explodierte eine Bombe. Foto: DPA

Soldaten der Afrikanischen Union bekämpfen in Somalia die Extremisten von Al-Shabaab und haben sie abgedrängt. Dennoch gelingt es den Extremisten immer wieder, blutige Anschläge zu verüben – wie jetzt geschehen.

Nairobi - Islamistische Terroristen haben am Sonntag ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu angegriffen und mindestens neun Menschen getötet. Eine Geiselnahme konnten Sicherheitskräfte erst nach Stunden beenden. „Es ist vorbei, wir haben alle Angreifer getötet“, sagte Polizeikommandant Ali Ahmed gegen Mittag. Die Angreifer sollen zehn Menschen verletzt haben.

Zu dem Angriff auf das Hotel Sahafi bekannte sich die Extremistengruppe Al-Shabaab. Die Attacke begann nach Polizeiangaben vor Morgengrauen. Zuerst habe ein Selbstmordattentäter den Weg freigesprengt, dann seien Terroristen ins Hotel eingedrungen, hätten um sich geschossen und Geiseln genommen.

Das Hotel wird von Beamten der somalischen Regierung und Geschäftsleuten frequentiert und war bereits früher Ziel von Angriffen. „Sie haben den Besitzer des Hotels, einen ehemaligen Militärgeneral, und andere Beamte während des Angriffs getötet“, sagte Polizeisprecher Mohammed Hussein telefonisch vom Tatort.

Eine zweite Explosion vor dem Hotel

Zeugen berichteten zudem von einer zweiten Explosion, offenbar durch eine Autobombe vor dem Hotel. „Ich war am Ort der Explosion und machte Fotos, als ein Fahrzeug voller Sprengstoff neben mir explodierte“, sagte Fotograf Feisal Omar. „Ich fiel zu Boden und sah Blut an Teilen meines Körpers. Ich war mit einem anderen Journalisten unterwegs, der bei dem Angriff getötet wurde.“ Omar wurde in einer Klinik behandelt, später aber entlassen.

Die islamistischen Rebellen von Al-Shabaab bekämpfen die von den Vereinten Nationen und Soldaten der Afrikanischen Union gestützte Regierung in Mogadischu. In einer Erklärung der mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppe hieß es, Kämpfer hätten nach der Explosion das Hotel besetzt.

Al-Shabaab wurde zwar aus Mogadischu und anderen Städten weitgehend verdrängt. Dennoch gelingt es den Extremisten immer wieder, Anschläge zu verüben. In Kenia brachten sie im April 148 Menschen an der Universität von Garissa um. Ziel der Gruppe ist es, die somalische Regierung zu stürzen und eine strikte Version islamischen Rechts durchzusetzen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: