Gute Stimmung unter den Fans des Rappers Snoop Dogg auf dem Killesberg Foto:  

Vor dem Konzert des Rappers Snoop Dogg auf dem Killesberg hatte der Veranstalter mit viel Polizeipräsenz gerechnet. Diese hielt sich jedoch im Hintergrund.

Stuttgart - Sind die Hip-Hop-Fans der älteren Generation erwachsen und vernünftig geworden? Beim Auftritt von Rap-Legende Snoop Dogg auf der Freilichtbühne Killesberg am Dienstagabend gingen der Polizei lediglich rund 30 Fans ins Netz, die gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatten. Der Veranstalter, die Michael Russ GmbH, hatte vor dem Konzert mit verstärkten Polizeikontrollen gerechnet, da der Künstler Snoop Dogg den Konsum von Marihuana öffentlich befürwortet und wie kaum ein anderer Musiker vorlebt. Bedenken des Veranstalters, dass unverhältnismäßige Polizeipräsenz das Konzertvergnügen auf dem Killesberg trüben könnte, erwiesen sich jedoch als unbegründet.

So sieht es auch Arnulf Woock, zuständig für die Pressearbeit bei Russ: „Die Polizei hat sich angenehm im Hintergrund gehalten.“ Dass Drogen kaum eine Rolle bei Snoop Doggs einzigem Deutschlandauftritt als Rapper gespielt haben, führt Woock auch auf das Durchschnittsalter der Konzertbesucher zurück. „Da sind viele, die vielleicht früher mal wild waren, aber inzwischen in die Jahre gekommen sind“, sagt Woock.

Auch während des Konzerts war der charakteristische Geruch von Marihuana nur sehr schwach zu vernehmen. Stattdessen schwebte lediglich eine Wolke Zigarettenrauch über den 4500 Fans.

Snoop Dogg verärgerte Münchener Fans

Auch aggressives Verhalten hatte rund um die Freilichtbühne niemand an den Tag gelegt. Anders als vergangene Woche in München sind die Fans in Stuttgart friedlich geblieben. Freilich: In München hatte der Hip-Hop-Altmeister, der als DJ unter seinem Pseudonym Snoopadelic auftreten sollte, seine Fans versetzt und stand stattdessen in einem anderen Club in Augsburg hinter den Plattentellern. Für Stuttgart hatten die Veranstalter bereits vor dem Konzert Befürchtungen zerstreut, dass Snoop Dogg die Fans auch hier warten lassen könnte: Der Münchner Veranstalter habe sich nicht an die Verträge mit dem Superstar gehalten – was in Stuttgart nicht der Fall sei. Das dementierte der Münchner Veranstalter inzwischen. Warum Snoop Dogg nicht aufgetreten war, blieb unklar. Doch für die Stuttgarter Fans war nur wichtig, dass der Rapper wie geplant auf die Bühne kam.

Beim letzten Hip-Hop-Open-Festival in Stuttgart am vergangenen Wochenende waren die Polizisten erfolgreicher: 120 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz stellten sie fest. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen. Positiv zu vermelden war dagegen, dass auch das Hip-Hop-Open mit 13 000 Besuchern friedlich ablief.

Dass die Polizei bei Musikveranstaltungen, die den Konsum von Marihuana verherrlichen, verstärkt kontrolliert, ist keine neue Vorgehensweise. So überprüften die Ordnungshüter unter anderem im März die Konzertbesucher bei einem Auftritt des bayrischen Liedermachers Hans Söllner in der Osterfeldhalle in Esslingen gründlich. Auch der Sänger war als bekennender Drogenkonsument unter den Kontrollierten – und erstattete hinterher Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen die Polizisten. Söllner warf ihnen vor, dass Drogenhunde die Sitze seines Autos ruiniert hätten. Das Verfahren gegen die Beamten wurde mittlerweile eingestellt. Marihuana konnte die Polizei bei der Kontrolle Söllners nicht finden.

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