In der neuen Skaterhalle am Pragfriedhof zeigen sich erste Schäden und viel Graffiti Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

1,6 Millionen Euro hat die Stadt in die Halle investiert, mit der die bestehende Skaterbahn am Pragfriedhof im Frühjahr überdacht worden ist. Seitdem machen den Nutzern ausfallende Beleuchtung und Vandalismus Probleme.

Stuttgart - Die Tage werden wieder kürzer, auch für die Skater, die in der Halle an der Friedhofstraße ihre Sprünge perfektionieren. Den schicken, 1,6 Millionen Euro teuren Holzbau hat die Stadt am 14. April eröffnet. Er war nötig, weil sich Anwohner über den Lärm beschwert hatten, der von der bereits 2009 eröffneten Anlage ausging.

Beschwerden über Lärm habe es seitdem keine mehr gegeben, versichert Walter Wagner, Leiter der Abteilung Stadtgrün im Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt. Allerdings beschäftigt der Neubau die Verwaltung dennoch, denn er lässt sich nur eingeschränkt nutzen. Mehrfach sei die komplette Beleuchtung ausgefallen, sagt Wagner. „Wir bekommen den Defekt nicht zu fassen, immer wieder geht die Sicherung raus, Elektriker waren schon mehrfach da“, sagt er.

So schummrig, dass man ohne Licht nicht mehr fahren kann

Bei den Skatern hatte in den letzten Tagen die Parole die Runde gemacht, die Anwohner hätten sich über den Lichtschein aus der Halle beschwert, und die Stadt habe daher den Strom deutlich vor dem auf 22 Uhr festgelegten Betriebsende abgestellt. „An dem Gerücht ist wirklich nichts dran“, sagt Wagner. Aus Kostengründen seien an den Längsseiten der 65 Meter langen Halle zwischen dem Holztragwerk nur wenige Fenster eingebaut worden. „Die Öffnungen sind sehr klein“, sagt ein Skater, „ab 18 Uhr wird es hier drin so schummrig, dass man ohne Licht nicht mehr fahren kann.“

Zu den technischen Problemen zählt auch eine unglücklich platzierte Toilettenanlage, deren Umfeld schlecht einzusehen ist. Bei Sprüngen oder schneller Fahrt kam es daher schon zu gefährlichen Begegnungen.

Die Skater ärgern sich aber auch über Vandalismus und Besucher, die gar nicht skaten. Besprühte Wände, zwei offensichtlich abgerissene Beton-Abdeckplatten an der Bahn, eine mutwillig zerstörte Scheibe und die kaputte Tür des Notausgangs listen Nutzer und Ralf Knecht, Inhaber der Skatebordschule Step, auf.

Stadt hat einen Schließdienst engagiert

Bevor die Halle stand, sagt Knecht, sei Vandalismus kaum aufgetreten. Nun aber bietet sie Sichtschutz. Gruppen aus dem Stadtteil wollten dort auch schon Fußball spielen. „Es ist eine Skateboardhalle, und es ist nicht ungefährlich, da einfach rumzulaufen“, warnt Knecht. Die Stadt hat einen Schließdienst engagiert, es gibt einen ehrenamtlichen Paten. Die Situation sei dennoch nicht befriedigend, so Knecht, der im Kontakt mit dem Liegenschaftsamt steht. Bald wolle man die Situation besprechen, vielleicht gebe es dann eine Videoüberwachung.

Weil die Skaterhalle auf dem Frachthofgelände in Bad Cannstatt wegen nicht bezahlter Nebenkosten geschlossen ist, dürfte der Ansturm auf die neue Halle am Pragfriedhof im Winter groß werden. Im Frühjahr 2016 soll es eine weitere Halle am Cannstatter Bahnhof beim Jugendhaus Cann geben. Dort wird Eintritt verlangt werden.

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