Gut 3000 Unterschriften hat Thomas Kienle in seinem Ordner gesammelt. Foto: Ina Schäfer

Am Donnerstag haben die Skater im Rathaus ihre Unterschriftenliste an Fritz Kuhn übergeben. Dieser möchte sich wieder zu Wort melden, wenn es Fortschritte in Sachen Lärmschutz und Öffnungszeiten gebe.

Pragfriedhof - Thomas Kienle steht im dritten Stock des Rathauses, einen dicken Ordner unter den Arm geklemmt und wartet auf Oberbürgermeister Fritz Kuhn. Der Skater, Unternehmer und Vorsitzende des Vereins Boost hat eine Online-Petition gestartet, in nur vier Wochen sind gut 3500 Unterschriften zusammengekommen. Der Inhalt: seit Monaten gibt es Ärger zwischen den Anwohnern des Skate-Parks am Pragfriedhof und den Nutzern der Anlage. Der Lärm sei zu groß, so der Tenor der Beschwerden. Deshalb sind die Öffnungszeiten stark beschränkt worden. Das heißt, kein Skaten mehr an Sonn- und Feiertagen, von Montag bis Samstag nur zwischen 15 und 19 Uhr – davor hatte die Anlage von 9 bis 20 Uhr geöffnet. „Das ist eine große Einschränkung, vor allem für diejenigen, die bis abends arbeiten müssen“, sagt Florian Bürkle, der mit seinem Skateboard ins Rathaus gekommen ist. Ebenfalls dabei ist der Architekt der Anlage, Matthias Bauer.

Die Skater würden auch Kompromisse eingehen

Gute zehn Minuten Zeit hat Fritz Kuhn, dann muss er zum nächsten Termin im Kleinen Sitzungssaal, doch immerhin ein paar Worte kann Thomas Kienle mit dem Oberbürgermeister wechseln. Er sagt, dass die Öffnungszeiten nicht tragbar seien, dass Skaten nicht nur ein Sport, sondern auch ein Lebensgefühl sei, das mit dem Schließen der zuvor so hochgelobten Anlage verloren gehe. Und dass Familien mit ihren Kindern nicht mehr an Sonntagen in den Norden kommen können und Berufstätige praktisch gar keine Möglichkeit mehr haben den Park zu nutzen.

„Ich möchte keine falschen Hoffnungen wecken“, sagt Fritz Kuhn, „das ist ein Interessenkonflikt und ich bekomme jeden Tag viele solcher Anfragen.“ Eine Zusage will der Oberbürgermeister an diesem Donnerstag nicht machen, trotzdem sei er bemüht eine Lösung zu finden. „Wir würden natürlich auch Kompromisse eingehen“, sagt Thomas Kienle.

Für ihn und die anderen Skater heißt es jetzt weiter abwarten. Fritz Kuhn möchte sich wieder zu Wort melden, wenn es Fortschritte in Sachen Lärmschutz und Öffnungszeiten gebe. Der Protest sei damit aber noch nicht vom Tisch, sagt Kienle. „Vielleicht machen wir noch einmal eine Demo an der Anlage“, sagt er.

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