Wie geht es nach dem Tierquälerei-Skandal weiter? Foto: dpa

Mehr Kontrollpersonal und neue Zuständigkeiten: So reagiert Bayerns Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber auf den Tierquälerei-Skandal im Allgäu.

München - Nach den Tierquälerei-Vorwürfen gegen einen großen Allgäuer Milchviehbetrieb will die bayerische Staatsregierung die Überwachung derartiger Großbetriebe neu organisieren. Für 85 große Rinder- und Schweinezuchtbetriebe soll dieselbe Spezialbehörde zuständig sein, die bisher schon große Lebensmittel- und große Geflügelbetriebe kontrolliert. Die Behörde mit Sitz in Erding und Kulmbach soll 25 neue Stellen und zwei neue Standorte bekommen, einen in Schwaben und einen weiteren in Franken.

Das kündigte Verbraucherschutzminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) am Donnerstag in einer Sondersitzung von Umwelt- und Agrarausschuss im Landtag an. „Wir brauchen eine neue Qualität bei Tierschutzkontrollen“, sagte Glauber. Große, industrielle Betriebe müssten auch nach anderen Maßstäben kontrolliert werden.

„Eine Tierhaltung ohne jegliches Gewissen“

In dem großen Allgäuer Milchviehbetrieb in Bad Grönenbach (Landkreis Unterallgäu) sollen Kühe misshandelt worden sein. Eine Tierrechtsorganisation hatte entsprechende Videoaufnahmen öffentlich gemacht. Die Staatsanwaltschaft Memmingen ermittelt in dem Fall. Glauber berichtete, dass der Betrieb mit fünf Standorten in Bayern und zwei in Baden-Württemberg in den vergangenen fünf Jahren 34 mal kontrolliert worden sei, zuletzt vor wenigen Wochen. Dabei seien Verstöße im gering- und mittelgradigen Bereich dokumentiert worden.

Bei den aktuellen Kontrollen seien am Hauptstandort unter anderem Mängel bei der Tiergesundheit und auffällig viele lahme Tiere festgestellt worden. Ein Vorwurf, dass in einem Schlachtbetrieb tot angelieferte Tiere verarbeitet worden seien, treffe aber nicht zu. Glauber betonte aber, man müsse nun die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft und einen Sonderbericht der Regierung von Schwaben abwarten.

Zu den Videos aus dem Allgäuer Betrieb sagte Glauber, die klaren Verstöße gegen den Tierschutz, die darauf zu sehen seien, seien bedrückend und machten ihn persönlich fassungslos. „Es ist eine Tierhaltung ohne jegliches Gefühl und ohne jegliches Gewissen.“

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