In der Silvesternacht ist es in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen. Foto: dpa/Sebastian Willnow

Nach den Silvester-Ausschreitungen in Leipzig, bei denen ein Polizist schwer verletzt worden war, hält die Staatsanwaltschaft am Vorwurf des versuchten Mordes fest.

Leipzig - Die Staatsanwaltschaft Leipzig hält im Zusammenhang mit den Silvester-Ausschreitungen am Connewitzer Kreuz in Leipzig am Vorwurf des versuchten Mordes fest. „Wir sehen derzeit keine Veranlassung, davon abzurücken“, sagte Behördensprecher Ricardo Schulz am Dienstag in Leipzig. Daran ändere auch ein Video aus der Silvesternacht nichts, das die „Zeit“ jetzt veröffentlicht hat.

In der 1 Minute und 18 Sekunden langen Aufzeichnung ist zu sehen, wie ein Polizist verletzt, beworfen und anschließend von seinen Kollegen weggeschleift wird. „Das massive Einwirken kann man nicht wegreden“, sagte Schulz.

Wegen des Angriffs auf einen 38 Jahre alten Beamten wird wegen versuchten Mordes ermittelt. Der Mann war schwer am Ohr verletzt worden. Die Angreifer sind bislang nicht ermittelt.

Ein Zeugenaufruf des Landeskriminalamtes hatte keinen Hinweis erbracht

Das Video habe den Ermittlungsbehörden bislang nicht vorgelegen, sagte Schulz. Ein Zeugenaufruf des Landeskriminalamtes hatte keinen einzigen Hinweis erbracht. Nach der Veröffentlichung werde das Video jetzt aber „im Rahmen der Ermittlungen Berücksichtigung finden“, so Schulz. „Wir werden das auswerten.“

Bereits am Mittwoch wird sich ein Verdächtiger von Connewitz vor dem Amtsgericht Leipzig verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft hatte ein beschleunigtes Verfahren wegen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte gegen den 27-Jährigen beantragt. In solchen Verfahren können Strafen von maximal einem Jahr ausgesprochen werden.

Am Connewitzer Kreuz hatten sich laut Polizei in der Silvesternacht mehr als 1000 Menschen versammelt. Nach Mitternacht sei die Situation eskaliert, und es habe Attacken gegen Polizisten gegeben.

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