Auch der große Saal in der Stadthalle wird in diesen Tagen zur Messehalle umgestaltet: am Freitag geht es los. Foto: factum/Granville

Am kommenden Wochenende findet nach fünf Jahren wieder die Ditzinger Messe statt. Die Organisatoren des Gewerbevereins wollen ein großes Podium der Information bieten. Neue Angebote im Handel finden laut der Verwaltung ihre Käufer.

Ditzingen - Die neuen Läden am Bahnhof werden frequentiert, und sie erfüllen die erhoffte „Scharnierfunktion“. In der Haupteinkaufsstraße gibt es fast keinen Leerstand, die Kaufkraftbindung ist gestiegen – die Ditzinger Stadtverwaltung ist in Sachen Einzelhandel in der Kernstadt mehr als zufrieden. Und nun findet an diesem Wochenende in der Stadthalle die siebte Ditzinger Messe statt mit einem Angebot, wie es noch nie da war. „Die Leute werden kommen“, sagt der Rathaussprecher Guido Braun. Und Martin Böpple, der Chef der Messeorganisationsgruppe im Gewerbeverein Aktive Wirtschaft, sagt: „Die Messeteilnehmer haben eine Plattform zum aktiven Dialog. Wir wollen nicht verkaufen, sondern Kundenpflege betreiben.“

Mehr als 40 große und kleine Unternehmen sind miteinander aktiv bei der Messe, die am Freitagnachmittag beginnt und bis Sonntagabend geht (siehe auch Info). Mit dabei sind Finanzdienstleister, vom Versicherungsbüro bis zu Banken und dem Steuerberater. Der Handel aus dem Ort ist vertreten, stark engagiert sind die Handwerker: Maler, Raumausstatter, Elektriker, Schreiner, Fensterbauer, Zimmerer. „Wir haben aber keinen Schwerpunkt, etwa rund ums Haus“, sagt Milena Cobisi, die Vorsitzende des Vereins Aktive Wirtschaft, der die alle fünf Jahre stattfindende Messe organisiert. Im Außengelände stellen drei Firmen Autos vor. Die Bewirtung übernehmen ein Bäcker und der Karnevalsverein Titzo.

Wichtige Firmen sind dabei

Mehr als anderthalb Jahre haben die Vorbereitungen gedauert, berichten Cobisi und Böpple. „95 Prozent der Flächen waren schon sehr früh weg“, sagt Böpple. Weil sich die große Nachfrage früh abgezeichnet habe, habe man einen Teil der Gastronomie in den Außenbereich in ein Zelt verlagert. Die frühere Bewirtungsfläche in der Halle ging dann an Aussteller. Milena Cobisi ergänzt: „Jetzt haben wir die geballte Kompetenz auf einer Fläche, mit Dienstleistung, Handwerk und Handel.“ Die Organisatoren haben keine Angst um den Zuspruch: sie rechnen mit 12 000 bis 15 000 Besuchern, die kämen, um sich zu informieren und um sich mit Bekannten zu treffen.

„Ich bin sehr positiv überrascht, dass die Messe pickepacke voll ist“, sagt Guido Braun, der Rathaussprecher ist und in Personalunion auch im Vorstand der Aktiven Wirtschaft sitzt. Die wichtigen Firmen würden nicht fehlen. Das Rathaus hat der örtlichen Wirtschaft in der jüngsten Vergangenheit Impulse gegeben: vor einigen Monaten eröffnete der große Baumarkt, im August das Handelszentrum am Bahnhof. Die Nutzer von Parkplätzen und Bahn seien froh um das erweiterte Angebot, erklärt Braun. Er ist sich sicher, dass ein Ziel noch erreicht wird: das Bahnhofscenter soll zum einen zur Versorgung der Menschen beitragen, und es soll zum anderen dazu animieren, die paar Hundert Meter in die Haupteinkaufsstraßen zu gehen. „Der Bahnhof wird zur Verbindung zwischen Gewerbegebiet und Innenstadt“, so Braun.

Ein Sportfachgeschäft fehlt noch

Im Handel müsse der Branchenmix stimmen; ein gutes Sportgeschäft fehle noch. Guido Braun freut sich auch darüber, dass die Kaufkraftbindung laut der letzten Studie der Industrie- und Handelskammer in Ditzingen gestiegen ist. 2014 betrug diese 46,5 Prozent; im Rathaus ist man zuversichtlich, in der nächsten Studie auf 50 Prozent zu kommen – auch Dank der neuen Angebote. Das würde dann bedeuten, dass die Hälfte des verfügbaren Einkommens der Bevölkerung in der Stadt bleibt. Dass die Messen in Ditzingen ankommen, beweise jede der jährlichen Veranstaltungen, meint Braun: sei es die Bürgermesse, sei es die Gesundheitsschau „Ditzingen vital“ oder die Mobilitätsmesse, in der Zweirad und Auto zusammengeführt wurden. Und der Fünfjahresrhythmus der großen Leistungsschau, der sei auch in Ordnung.

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