In sieben Fällen soll sich der Mann an Kindern vergangen haben – auf Anweisung des Ludwigsburger Amtsgerichts sitzt er in Untersuchungshaft. Foto: factum/Weise

Die Polizei hat einen 19-jährigen Fußballtrainer verhaftet. Er soll in Remseck und Pattonville Kinder und Jugendliche missbraucht haben, teilweise schwer. Die Ermittlungen dauern noch an – und die Unruhe in den betroffenen Vereinen ist groß.

Remseck/Pattonville - Er leitete in der Vergangenheit das Fußballtraining in diversen Fußballmannschaften in Remseck und in Pattonville. Er war zudem als Projektleiter aktiv und soll ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert haben. Nun steht ein schrecklicher Verdacht im Raum: Der 19-Jährige soll in sieben Fällen Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Das teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit.

Ende Juli hatten Eltern die Polizei alarmiert. Der 19-Jährige hatte ihrem 14-jährigen Sohn über einen Messengerdienst sexuelle Angebote gemacht. Die Polizei ermittelte, durchsuchte die Wohnräume des Mannes und sicherte dort diverse Datenträger – und der Verdacht gegen den Fußballtrainer erhärtete sich. Noch haben die Ermittler nicht alle Speichermedien auswerten können.

Sexuelle Offerten, Missbrauch, Videos

Den bisherigen Recherchen zufolge hatte der Tatverdächtige über mehrere Monate hinweg sechs Kindern und Jugendlichen sexuelle Offerten gemacht. Er lockte die Jungen mit Gegenleistungen und Vorteilen. Um was es sich dabei gehandelt hat, das gibt die Polizei derzeit nicht preis. Bei fünf der sechs jungen Fußballer soll es zu Missbrauchshandlungen gekommen sein, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. Drei davon werden von der Staatsanwaltschaft als schwere Fälle eingestuft.

Zwischen dem 19-Jährigen und einem 20-Jährigen soll es zudem nach den Erkenntnissen der Ermittler zu sexuellen Handlungen auf freiwilliger Basis gekommen sein. Allerdings filmte der Tatverdächtige ohne Wissen des anderen das Geschehen – und das ist eine weitere Straftat, für die sich der 19-Jährige wohl wird vor Gericht verantworten müssen.

Am 29. August nahm die Polizei den 19-Jährigen fest und führte ihm den Haftrichter beim Amtsgericht in Ludwigsburg vor. Der wies den jungen Mann ins Gefängnis ein, wo er seit dieser Zeit einsitzt. Die Ermittlungen der Polizei gehen derweil weiter – die Eltern der Kinder und Jugendlichen, die von dem 19-Jährigen betreut wurden, sind informiert.

Der Verdächtige hat jetzt Hausverbot

Die Bestürzung über die im Raum stehenden Vorwürfe ist bei den Vereinsverantwortlichen groß. „Ich bin entsetzt und betroffen, dass so etwas vorgefallen sein soll“, sagt ein Vereinsvorsitzender auf Nachfrage dieser Zeitung. Es habe sich im Vorfeld nichts abgezeichnet, Hinweise habe es zuvor keine gegeben. Daher wolle man nun noch sensibler sein und die Trainer, die Kontakt mit Kindern und Jugendlichen haben, beispielsweise einen Ehrenkodex unterschreiben lassen. Auch wolle sich der Verein künftig polizeiliche Führungszeugnisse vorlegen lassen.

Ein weiterer Vorsitzender äußert sich ebenfalls erschüttert: „Kein Verein, keine Kita wünscht sich so was“, sagt er. Es gebe derzeit sehr viel Unruhe im Verein. „Auch wenn wir nicht in vorauseilendem Gehorsam sofort alle Mitglieder informiert haben, sondern auf Anraten der Polizei nur die möglichen Betroffenen.“ Weitere Angaben wolle und könne er derzeit nicht machen. Dass der 19-Jährige aus dem Verein ausgeschlossen worden sei und auf den Clubanlagen Hausverbot habe, verstehe sich aber von selbst.

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