Bleibt die Kita spontan geschlossen oder die Betreuungsperson wird krank, können Eltern ihr Kind für bis zu vier Stunden bei der Kinderfeuerwehr der Uni abgeben. Foto: Wiebke Wetschera

Mehr als nur Professoren: An den Universitäten von Vaihingen und Hohenheim gibt es unzählige Berufe. Die Kinderfeuerwehr an der Uni Hohenheim betreut Kinder von Studierenden und Mitarbeitern in Notfällen. Dafür haben sie sogar ein eigenes Kinderzimmer.

Plieningen - Studieren mit Kind ist manchmal gar nicht so einfach. Vor allem, wenn eine Studentin bereits mehrere Wochen lang für eine Prüfung gelernt hat und dann fällt plötzlich die Betreuung aus. Die Kita ist geschlossen und die hilfsbereite Oma ist krank. Was nun? Für genau diese Notfälle gibt es seit 1998 an der Universität Hohenheim die Kinderfeuerwehr. „Wir sind eine Notfallbetreuung von maximal vier Stunden pro Tag, die ganz kurzfristig gebucht werden kann“, sagt Martina Fellmeth-Merkle, die die Kinder gemeinsam mit einer Kollegin betreut.

Ein Angebot für Professoren, Studenten und Mitarbeiter

Die beiden Mitarbeiterinnen der Kinderfeuerwehr haben selbst Kinder und außerdem die Qualifikation zur Tagesmutter erworben. Fellmeth-Merkle ist seit mittlerweile zehn Jahren an Bord. Die Betreuung richtet sich an Studenten, Mitarbeiter der Universität ebenso wie Professoren. Die Eltern in Not können sich per Mail oder telefonisch an die Kinderfeuerwehr wenden. „Meistens klappt es mit der Betreuung dann auch kurzfristig“, sagt Fellmeth-Merkle. Auch in sehr kurzfristigen Fällen wollen die Mitarbeiterinnen den Eltern helfen.

Für die Betreuung gibt es ein mit reichlich Spielzeug ausgestattetes Kinderzimmer auf dem Campus. Dort beschäftigt sich Fellmeth-Merkle mit den Zöglingen im Alter von null bis etwa sechs Jahren. „Es gibt keine wirklichen Regeln mehr, was man in welchem Alter machen kann“, sagt Fellmeth-Merkle. Einige Kinder seien sofort sehr offen, andere hätten Probleme mit der fremden Umgebung. „Wenn ein Kind zahnt oder fremdelt, sind das absolute Herausforderungen für mich“, sagt die Tagesmutter. Manche Kinder betreut sie über einen längeren Zeitraum vom Baby- bis zum Schulalter immer mal wieder. „Es macht Spaß zu sehen, wie sie sich von Mal zu Mal daran gewöhnen“, sagt die 57-Jährige.

Die Kinder sollen zufrieden wieder gehen

Erst vor Kurzem ist der Tagesmutter ein Kind besonders in Erinnerung geblieben. Ein vierjähriger Junge war für vier Stunden bei ihr in der Betreuung. „Am Ende hat er mir dann einfach aus dem Stand heraus einen Kuss auf die Wange gegeben“, sagt Fellmeth-Merkle. Für sie sind genau das die Momente, die ihr an ihrem Job so viel Spaß machen. „Es macht mir Freude, wenn man es geschafft hat, dass das Kind zufrieden oder müde nach Hause geht.“

Überwiegend Studenten nutzen das Angebot der Notfallbetreuung, sagt Fellmeth-Merkle. Für sie kostet die Betreuung pro Mal nur einen Euro. „Normalerweise haben die Kinder ja eine reguläre Betreuung. Wir springen nur dann ein, wenn diese ausfällt“, sagt Fellmeth-Merkle. In der Zeit, die das Kind in der Betreuung verbringt, hat es von den Eltern alles Nötige dabei – von Essen über Trinken bis hin zum eigenen Schnuffeltuch. „Wir haben hier ja keinen Erziehungsauftrag, sondern es geht einfach darum, dass es dem Kind während der Überbrückungszeit bei uns gut geht“, sagt Fellmeth-Merkle.

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