Nie zuvor war eine 16-jährige Deutsche in einem Wettkampf auf einer 50-Meter-Bahn so schnell unterwegs gewesen. Foto: Privat

Kim Herkle wird bei den nationalen Meisterschaften in Berlin über 200 Meter Brust in 2:29,09 Minuten Dritte unter Frauen.

Berlin/Oeffingen - Kim Herkle aus Oeffingen hat am Sonntagnachmittag kurz vor 16 Uhr in Berlin ein kleines Stück deutsche Schwimm-Geschichte geschrieben. Im A-Finale der nationalen Meisterschaften der Frauen über 200 Meter Brust schlug sie nach 2:29,09 Minuten als Drittplatzierte im Ziel an.

Die bisherige Bestmarke stammte von der Berlinerin Margarethe Hummel

Für die Nachwuchsschwimmerin des SV Cannstatt bedeutete dies nicht nur den ersten nationalen Medaillengewinn bei den Erwachsenen, sondern auch einen Altersklassenrekord. Nie zuvor war eine 16-jährige Deutsche in einem Wettkampf auf einer 50-Meter-Bahn so schnell unterwegs gewesen. Die bisherige Bestmarke stammte von der Berlinerin Margarethe Hummel, die im Juni 2013 bei den deutschen Jugendmeisterschaften in ihrer Heimatstadt für diese Strecke 2:29,42 Minuten benötigt hatte.

Bemerkenswert am Rekord von Kim Herkle ist auch, dass Sarah Poewe (zweimalige Weltmeisterin, siebenmalige Europameisterin, viermalige Olympia-Teilnehmerin), die wohl beste deutsche Brustschwimmerin aller Zeiten, mit 16 Jahren über 200 Meter nicht so schnell war wie die Oeffingerin vor zwei Tagen. „Der Altersklassenrekord ist ein schöner Nebeneffekt, über den ich mich sehr freue. Aber richtig genial ist meine erste Medaille bei den deutschen Meisterschaften der Erwachsenen, nachdem ich vor einem Jahr als Vierte noch knapp daran vorbeigeschwommen bin“, sagte Kim Herkle.

Das Wettkampfgeschehen im Wasser hat sich bis in den Winter hinein erledigt

Ohnehin liefen die Wettkampftage in der Bundeshauptstadt für die Schülerin, die – wie berichtet – nach den Sommerferien an den Olympiastützpunkt Rhein-Neckar nach Heidelberg wechseln wird, optimal. Bereits über 100 Meter Brust hatte sie sich nach der drittbesten Vorlaufzeit (1:09,98 Minuten) im Finale auf 1:09,81 Minuten gesteigert und den dritten Rang nur um drei Hundertstelsekunden verpasst. Über 50 Meter Brust reichte es zum dritten A-Endlauf unter Deutschlands schnellsten Brustschwimmerinnen und nach 32,88 Sekunden zum sechsten Rang.

„Nach der verpassten Qualifikation für die Jugend-Weltmeisterschaften hatte ich keinen Druck mehr und konnte befreit aufschwimmen. Zudem liegt mir das Becken in Berlin sehr“, sagte die Nachwuchsschwimmerin, die nur am neuen, knallgelben Badeanzug des Ausrüsters etwas auszusetzen hatte. „Der ist potthässlich“, sagte Kim Herkle, die auch noch das B-Finale über 200 Meter Lagen (2:17,60 Minuten) gewann und damit Neunte wurde.

Das Wettkampfgeschehen im Wasser hat sich bis in den Winter hinein erledigt. Seit Montag verbringt die 16-Jährige nun auch Zeit in einer Oeffinger Fahrschule, absolviert die ersten Theorie- und Fahrstunden für den Autoführerschein.

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