Gefahr von oben: Die Deckenunterkonstruktion muss gerichtet werden. Foto: Uli Nagel

Schock für Vereine und Schulen: Die Sanierung der Decken zieht sich noch lange hin.

Bad Cannstatt - Eigentlich sollte das Cannstatter Stadtbad an der Hofener Straße in diesen Tagen wieder geöffnet werden. Doch leider erreichte die Vereine und Schulen jetzt die schlechte Nachricht, dass sich die angekündigte Deckensanierung verzögert und sie bis Mai kommenden Jahres auf das Bad verzichten müssen. Für die Öffentlichkeit soll laut der Bäderbetriebe das Hallenbad sogar erst wieder im Herbst 2020 zur Verfügung stehen.

Der Schaden war am 31. Juli bei einer Untersuchung durch das Hochbauamt festgestellt worden. Betroffen ist die Deckenunterkonstruktion, an der die Paneele der abgehängten Decke befestigt sind. Wichtige Verbindungsclips waren stark korrodiert. Bei einem Bruch von mehreren Verbindungen musste man mit einem Folgeversagen der Unterkonstruktion rechnen. Als Grund für den Rost an der Unterkonstruktion wurde das in der Schwimmhalle vorherrschende feuchte Klima angegeben.

Geplant war, Ende September das Wasser abzulassen, Gerüste aufzubauen und in den kommenden Monaten die Decken in der Schwimmhalle, in den Duschen und in den Umkleideräumen zu sanieren. Doch es gab Verzögerungen beim Entfernen der abgehängten Deckenkonstruktionen. Und als dies vor einigen Tagen erledigt worden war, stand fest: Die Schließungsphase geht bis weit ins kommende Jahr hinein. „Bis Ende November ist erst einmal eine gründliche Schadstoffsanierung in allen Bereichen notwendig“, sagt der Bädersprecher Jens Böhm.

Dabei geht es um die auf den abgehängten Decken eingelegten Rieselschutzmatten. Die gelten bei einer Bauzeit älter als 1996 als „alte Mineralwolle“ und werden automatisch in die krebserzeugende Kategorie 2 eingestuft. Nach den Arbeitsschutzbestimmungen muss ab einer bestimmten Fläche der Matten der ganze betroffene Raum schadstoffbehandelt werden. „Eine Gefahr für die Badegäste bestand zu keiner Zeit, da die Schutzmatten in der abgehängten Decke geschützt lagen“, betont Böhm.

Sind diese Arbeiten erledigt, sollen die elektrischen Anlagen auf den neuesten Stand gebracht und die bestehenden Stromleitungen hinter den Decken erneuert werden. Und erst danach ist eine Montage der neuen Decken möglich. „Bis Ende März 2020 soll das Maßnahmenpaket abgeschlossen sein“, so der Sprecher. Nach dem Probebetrieb bis Ende April steht das Stadtbad Cannstatt den Schulen und Vereinen voraussichtlich ab dem 4. Mai wieder zur Verfügung. Da das Hallenbad Cannstatt regulär während der Freibadsaison geschlossen ist, findet erst nach der Beendigung der Sommerbadesaison 2020 auch wieder öffentlicher Badebetrieb statt.

„Die mühsame Suche nach Ersatzschwimmflächen für Schulen und Vereine tun den Bäderbetrieben leid“, sagt Jens Böhm. Da es nur wenig potenzielle Alternativen wie etwa das Mombachbad des SV Cannstatt in der Neckarvorstadt oder das Hallenbad Zuffenhausen (ist trotz Sanierungs-/Neubaupläne weiterhin geöffnet) gibt, wird sich die lange Stadtbadschließung sicher negativ auf den Schwimmunterricht auswirken. In welchem Ausmaß, dass sich wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen.

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