Kühe laufen in Oberried im Schwarzwald beim traditionellen Viehabtrieb durch die Gemeinde. Foto: dpa

Die Kühe im Schwarzwald müssen vor dem Winter runter von der grünen Wiese und zurück in den Stall. Der Viehabtrieb ist für die Landwirte ein großes Fest - und zudem ein Zuschauermagnet.

Oberried - Rund zwei Wochen nach dem kalendarischen Herbstanfang haben Landwirte in der Schwarzwaldgemeinde Oberried bei Freiburg ihre Kühe von den Wiesen geholt und gemeinsam ins Tal geführt. Der Viehabtrieb am Samstag bestand aus mehr als 120 Tieren, wie ein Sprecher der Organisatoren sagte. Es war den Angaben zufolge einer der letzten Almabtriebe in Deutschland in diesem Jahr. Die Rinder waren dazu festlich mit Blumenkränzen und Glocken geschmückt. Sie haben die Sommermonate in den Bergen auf den Weiden verbracht und werden traditionell Anfang Oktober ins Tal geführt, um in den Ställen zu überwintern.

Verbunden war der Viehabtrieb, wie vielerorts, mit einem Volksfest. Es kamen bei herbstlichem Wetter den Angaben zufolge mehrere Tausend Zuschauer. Andernorts im Schwarzwald sowie unter anderem in Bayern haben Landwirte ihre Kühe bereits im September von den Wiesen geholt. Ende Mai waren die Tiere hinauf auf die Weiden gebracht worden.

Große Volksfeste auch im Allgäu

Der Viehabtrieb in Oberried verlief ohne größere Zwischenfälle, sagte ein Sprecher der Polizei. Zwei Wochen zuvor war bei einem Almabtrieb in Glottertal bei Freiburg eine Kuh in Panik geraten und hatte zwölf Besucher verletzt, darunter mehrere Kinder.

Im Allgäu hatte der Viehscheid, wie er dort genannt wird, bereits im September begonnen. Dort nehmen die Hirten nach etwa 100 Tagen traditionell Abschied von den Bergen und kehren vor Einbruch der kalten Jahreszeit mit den Rindern auf die Höfe im Tal zurück. Dieses Ereignis wird im Allgäu mit großen Volksfesten in etwa 30 Orten gefeiert. Das Spektakel zieht jährlich Zehntausende Einheimische und Touristen an und hat damit größere Dimensionen als im Schwarzwald.

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