In der Schulsozialarbeit sind Sozialpädagogen gefragt. Foto: Decksmann

Die Bürgermeisterin Isabel Fezer wollte die Zustimmung des Gemeinderats für den Einsatz von Freiwilligendienstlern in der Schulsozialarbeit. Die Kommunalpolitiker lehnten ab, weil die Anforderungen die Fähigkeiten junger Menschen überstiegen hätten.

Stuttgart - Die Integration von zugewanderten Kinder und Jugendlichen scheitert unter anderem dann, wenn sie in ihrer Freizeit keinen Zugang zu den Angeboten in der Stadt und zu anderen Jugendlichen bekommen. Das Vereinsleben ist zugewanderten Familien zumeist genau so fremd wie Jugendhäuser, Mobile Jugendarbeit oder überkonfessionelle Projekte. Hinzu kommt, dass diese Kinder in vielen Fällen an Vorbereitungsklassen außerhalb ihres Wohnbezirks unterrichtet werden und schon deshalb keine Kontakte zu Gleichaltrigen aus ihrer Nachbarschaft herstellen können. Die Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft soll Abhilfe schaffen, doch am Konzept muss noch gefeilt werden.

Start war für 2018 geplant

Vorgesehen war, pro Schuljahr zehn Stellen für junge Menschen zu schaffen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren wollen. Sie sollten an der Schnittstelle zwischen Schule und Sozialraum zum Einsatz kommen, „die auch über den Unterricht hinaus bestehende Fragen und Interessen aufgreifen und mit den zugewanderten Kindern und Jugendlichen den Sozialraum erkunden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Anstellen will sie das Freiwilligenzentrum Caleidoskop des Caritasverbands Stuttgart, es übernimmt auch die pädagogische Begleitung der jungen Freiwilligen. Der Start des Pilot-Projekts war zum Schuljahresbeginn 2018/19 geplant, die Dauer bis Sommer 2020, die erforderlichen Kosten in Höhe von rund 266 000 Euro sollten aus dem Budget der Abteilung Bildungspartnerschaft gedeckt werden.

Erneut zur Abstimmung vorlegen

Das Konzept, das von Isabel Fezer, der Bürgermeisterin für Jugend und Schule, unterzeichnet und zur Kenntnis im Jugendhilfeausschuss vorgelegt worden war, wandert zur Überarbeitung wieder zurück. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein junger Mensch all diese Fähigkeiten mitbringt, die im Anforderungsprofil stehen“, stellte Iris Ripsam (CDU) in Frage. Das Anforderungsprofil fordert unter anderem die Beaufsichtigung von Lerngruppen, das Einüben von Lernmethoden und die Einhaltung von Normen zu überwachen. Außerhalb der Schule sollen die jungen Leute „alltagspraktische Informationen vermitteln, Kontakte herstellen zu außerschulischen Angeboten und Projekte ins Leben rufen“.

Auf den Zuschauerrängen machte das Wort vom „verheizen“ die Runde, und auch Stadträte der anderen Fraktionen stimmten Iris Ripsam zu. Der Ausschuss plädierte dafür, das „ansich sinnvolle Projekt“ auf das Machbare zu reduzieren und dann erneut zur Abstimmung im Gemeinderat vorzulegen.

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