Insgesamt starben bei dem Angriff fünf Menschen. Foto: dpa

Der letzte Tag eines landesweit bekannten Knoblauchfestivals in Kalifornien endet in einem Alptraum. Es fallen Schüsse, gefolgt von einem blutigen Durcheinander. Zwei Kinder verlieren ihr Leben. Präsident Trump äußert sich betroffen.

Gilroy - Zwei der drei Todesopfer des Angriffs auf ein kalifornisches Fest sind Kinder. Das teilte der Polizeichef von Gilroy, Scot Smithee, am Montag mit. Der Angreifer habe am Sonntagnachmittag mit einer einem Sturmgewehr ähnlichen Waffe einen 6-jährigen Jungen, ein 13-jähriges Mädchen und einen Mann in seinen 20ern getötet. Während das Motiv weiter unklar blieb, sagte der Bürgermeister von Gilroy, die Stadt werde die Tragödie durchstehen.

Bei dem mutmaßlichen Schützen handelt es sich laut Polizei um den 19 Jahre alten Santino William L., der am Sonntagnachmittag das Feuer auf Besucher des Knoblauchfestivals Gilroy Garlic Festival eröffnete. Smithee sagte, L. habe sich durch einen Zaun geschlichen und dann um sich geschossen. Die Polizei habe den Verdächtigen in weniger als einer Minute, nachdem er das Feuer eröffnet habe, gestellt und erschossen.

„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie stolz ich auf die Polizisten sind, die so schnell auf den Typen reagiert haben“, sagte Smithee. „Wir hatten Tausende Leute da. Es hätte so schnell so viel schlimmer ausgehen können ... es wäre auf jeden Fall zu mehr Blutvergießen gekommen.“ Einige Zeugen hätten von einem zweiten Verdächtigen berichtet, doch sei unklar, ob dieser ebenfalls das Feuer eröffnet habe.

Polizei durchsucht Haus des mutmaßlichen Täters

Am Montag verurteilte US-Präsident Donald Trump die Tat. Der mutmaßliche Schütze sei ein „verrückter Mörder“ gewesen. Die Nation werde für die Familien der Opfer trauern und „darum bitten, dass Gott sie tröstet“, sagte Trump am Montag. Er hat sich konsequent gegen scharfe Waffengesetze gestellt.

Der Bürgermeister von Gilroy, Roland Velasco, sagte, die Stadt werde das Geschehen betrauern, aber es durchstehen. Es sei mehr als traurig, dass ein Schütze ein Festival wie das in Gilroy ins Visier genommen habe. In den USA komme Waffengewalt einer Seuche gleich. Die Polizisten hätten ungeheuren Mut an den Tag gelegt, als sie auf den Schützen zugelaufen seien und so zweifelsohne viele Leben gerettet.

Derweil durchsuchte die Polizei in Gilroy das Haus der Familie des mutmaßlichen Täters, keine zwei Kilometer vom Festivalgelände entfernt. Eine Nachbarin sagte, die Familie sei „nett und normal“. „Wie soll man mit so etwas umgehen? Sie müssen damit klarkommen, dass ihr Sohn diese schreckliche Sache getan hat und dass er gestorben ist.“

Der Vater des getöteten sechsjährigen Jungen sagte dem Sender NBC: „Mein Sohn hatte sein ganzes Leben zu leben und er war nur sechs. Das ist alles, was ich sagen kann.“

Gilroy bezeichnet sich als Knoblauch-Hauptstadt der Welt, hat rund 50 000 Einwohner und liegt 128 Kilometer südöstlich von San Francisco. Das Gilroy Garlic Festival in Nordkalifornien ist eine jährliche, dreitägige Veranstaltung mit landesweitem Renommee. Für gewöhnlich lockt es mehr als 100 000 Knoblauchliebhaber und Interessierte an. Neben Essen gibt es Kochwettbewerbe und Musik. Der Sonntag war der letzte Tag der Veranstaltung.

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