Heinz Teichmann am Computer, umgeben von Pflanzen: So erledigt er oft seine Aufgaben als Schriftführer der Gartenfreunde Plattenhardt. Foto: Fritzsche

Heinz Teichmann ist jetzt Ehrenmitglied bei den Gartenfreunden Plattenhardt: Seit 40 Jahren engagiert er sich im Verein als Schriftführer, eigentlich seit den Gründungszeiten in den 1970er Jahren.

Plattenhardt - Nein, sagt Heinz Teichmann, Vorstand wollte er nie werden. „Gefragt wurde ich mehrmals, aber ich hatte keine Ambitionen darauf.“ Das Amt des Schriftführers liegt ihm viel mehr, das Protokollieren der Sitzungen, das Organisieren, das Führen der Mitgliederlisten, der viele Papierkram, der im Hintergrund geschieht, das ist seine Domäne, auch die technischen Aufgaben, die anfallen.

Teichmann ist nun Ehrenmitglied der Gartenfreunde, als Anerkennung für sein Engagement über 40 Jahre hinweg. Er ist auch der einzige von den ursprünglichen Gründungsmitgliedern, der noch aktiv im Verein ist. „Ein paar sind noch passive Mitglieder, auch ehemalige Vorstände“, erzählt er. 1974 wurde der Verein gegründet, und das Grundstück, auf dem die heute 36 Parzellen liegen, von der Stadt gepachtet. „Dort war damals alles Urwald, mit Hecken und Büschen“, erinnert sich Teichmann. Gemeinsam haben sie gerodet und schließlich vermessen, die Parzellen eingeteilt und die Infrastruktur aufgebaut: Wege, Häuschen, die Wasser- und Stromversorgung. „Wir hatten viele technisch versierte Mitglieder, wir haben das alles selbst gemacht“, erzählt Teichmann, der selbst Elektromeister ist.

Auch das Gärtnern will gelernt sein

Weil viele Familien mit Kindern dabei waren, bauten sie einen kleinen Spielplatz auf einer Parzelle. „Von einer Firma, die gerade einen Spielplatz renoviert hat, haben wir die Geräte bekommen“, so Teichmann. „Das war ein echter Knaller.“ Die Parzellen sind dann ausgelost worden, und vom Verein an die Mitglieder unterverpachtet worden. „Jeder kann auf seiner Parzelle anpflanzen, was er möchte“, sagt Teichmann. Es gibt zwar Vorgaben laut Kleingartengesetz, etwa dass ein Drittel der Fläche mit Gemüse bepflanzt sein muss, ein Drittel mit Bäumen und Büschen, und ein Drittel ist für Erholung und Freizeit vorgesehen – da also kommt der Liegestuhl hin. „Wir überprüfen das aber nicht auf den Zentimeter genau“, sagt Teichmann. „Es trägt jeder selbst Verantwortung, was er auf seiner Parzelle macht.“ Wichtig sind diese Vorgaben lediglich beim Übergang einer Parzelle von einem Pächter an den nächsten, denn da sind unabhängige Gutachter zuständig.

Heinz Teichmann und seine Frau Gitta können sich den Großteil des Jahres zu etwa 80 Prozent selbst versorgen, mit dem, was sie in ihrem Gärtle anbauen. Tomaten, Bohnen, Zucchini, Gurken: Was zuviel ist, wird eingekocht, dann reicht es über den Winter. Aber auch er gibt zu, dass das Gärtnern nicht von Anfang an so gut geklappt hat. „Wir haben es auch lernen müssen“, sagt Teichmann. „Aber so sehe ich auch einen Verein: man hilft sich untereinander, man tauscht Tipps und Tricks aus.“

Die Gartenarbeit entspannt ihn

Ihn hat die Gartenarbeit als Ausgleich zum Stress des Berufs immer entspannt. „Der Garten war meine Insel der Erholung“, sagt er. „Da habe ich mich austoben können.“ Der Zeitaufwand war während seiner Berufstätigkeit oft nicht zu schaffen, „da hat meine Frau viel mehr gemacht“. Jetzt, im Ruhestand, kann er sich die Zeit besser einteilen. Denn mindestens drei bis vier Stunden pro Woche müssen sein, im Sommer auch mehr. „Wenn es sehr heiß ist, müssen wir jeden Tag gießen gehen“, erklärt Teichmann und fügt an: „Man ist quasi Kleinbauer, da muss man auch mal ran, wenn man eigentlich keine Lust dazu hat.“ Klar setzt er sich auch mal in den Liegestuhl im Gärtle. „Aber dann sehe ich gleich, was es als nächstes zu tun gibt – es gibt ja immer etwas“, sagt er und lacht. Er macht die Gartenarbeit gerne – auf die Frage, was er daran am wenigsten mag, fällt ihm gar nichts ein. „Ich mag es einfach im Grünen.“

Im Unterschied zu vielen anderen Vereinen haben die Gartenfreunde eher weniger Nachwuchssorgen, es gibt eine kleine Warteliste für frei werdende Parzellen. Die richtigen Pächter und Neumitglieder zu finden, kann aber auch seine Tücken haben. „Man muss sich der Verantwortung und des Arbeitsaufwands bewusst sein“, sagt Heinz Teichmann. „Kleingärten haben heute einen anderen Stellenwert als früher. Heute sagen viele: Beim Discounter kostet ein Salatkopf 20 Cent, warum soll ich mich da in den Garten stellen?“ Aber die, die Lust darauf haben, können auf ihrer Parzelle kreativ werden und sich im Grünen erholen, so wie die Teichmanns. „Solange wir es gesundheitlich können, werden wir das Gärtle auf jeden Fall nutzen.“

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