Ralf Kuppinger hatte bei seinem Lauf an der Zugspitze ein Maskottchen dabei. Foto: privat

Ralf Kuppinger hat beim Zugspitz-Ultratrail mitgemacht und für kranke Kinder 11 500 Euro gesammelt. Er hatte ein Maskottchen dabei.

Schönaich -

Rund 800 Läufer sind jüngst beim Zugspitz-Ultratrail gestartet, viele gaben auf, gut die Hälfte kam ins Ziel. Unter ihnen Ralf Kuppinger aus Schönaich als 238. Extremlangläufer. Nicht die Platzierung war für ihn jedoch entscheidend, sondern die zurückgelegte Strecke im Wettersteingebirge zwischen Deutschland und Österreich. Für jeden der 102 Kilometer sammelte der 40-Jährige Spenden. Aus seinem Bekanntenkreis und von Firmen. 11 500 Euro brachte er zusammen. Das Geld kommt nun der Intensivpflegeeinrichtung Arche in Kusterdingen (Kreis Tübingen) zugute, wo Kinder aufgrund ihrer Erkrankungen dauerhaft beatmet werden müssen.

In 21 Stunden, 14 Minuten und 59 Sekunden am Ziel

„Es ging ständig Auf und Ab“, berichtet der 1,83 Meter große Modellathlet. 5450 Höhenmeter waren zu bewältigen. Ralf Kuppinger schaffte sie in 21 Stunden, 14 Minuten und 59 Sekunden. Der Startschuss erfolgte um 7.15 Uhr. Am nächsten Morgen um 4.30 Uhr erreichte der Schönaicher das Ziel. „Es war den ganzen Tag eigentlich viel zu heiß, die Sonne hat nur so heruntergeknallt.“ Nach nur wenigen Kilometern waren die Läufer völlig durchgeschwitzt. „In der Nacht fiel die Temperatur dann bis auf acht Grad“, sagt Kuppinger. Vor zehn Jahren hatten schon mal mehrere hundert Läufer auf den höchsten deutschen Berg gewollt. Nach einem Wettersturz kamen auf der Ultratrailstrecke bis zum Gipfel zwei von ihnen wegen Unterkühlung ums Leben. Durch Schneefelder ging es auch für Kuppinger und Co. Die Läufer konnten sich an gefährlichen Stellen aber vorsichtshalber abseilen. Für Ralf Kuppinger kein Problem – er hat noch ein weiteres Hobby: Bergsteigen.

„Der schwerste Moment ist für mich immer, wenn es dunkel wird“. bekennt der Elektriker, der bei Daimler in der Wechselschicht arbeitet. Dann bekomme er seine depressive Phase und müsse seinen „inneren Schweinehund überwinden“. Dieses Mal hatte er an der Zugspitze das Maskottchen der Arche dabei: Manni. Es habe ihn daran erinnert, weshalb er die Strecke absolviere. Eine Stirnlampe leuchtete ihm den Weg. „Man muss bei den schmalen, steinigen Pfaden aufpassen, dass man sich nicht den Knöchel verknackst.“

Ein paar Schluck Bier

An acht Stationen wurden die Läufer mit Getränken und etwas zu Essen versorgt und auch medizinisch kontrolliert, damit so etwas wie im Jahr 2008 nicht wieder passiert. Alle hatten auch einen Rucksack dabei mit einer Pflichtausrüstung, zu der unter anderem Ersatzkleidung, eine Mütze, Handschuhe und ein Trinkbecher gehörten. Unterwegs gelüstete es den Extremsportler nach ein paar Schluck Bier. Streckenposten füllten seinen Becher auf.

Ralf Kuppinger läuft seit dem Jahr 2000 Halbmarathon, Marathon und seit einigen Jahren auch Ultratrails. „Man bekommt den Kopf frei“, sagt der 40-Jährige. Irgendwann hatte er die Idee, für die Kilometer Spenden zu sammeln. In den Genuss kamen die Deutsche Knochenmarkspenderdatei, ein Förderverein für krebskranke Kinder, der Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Böblingen und die Pflegeeinrichtung Bärenkinder in Sindelfingen. Sie erhielten insgesamt fast 20 000 Euro. Ralf Kuppinger ist auch beim Böblinger Stadtlauf am kommenden Sonntag dabei – zum Spaß trägt er ein Hühnerkostüm.

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