Ein auffällige Häufung von Schockanrufen gibt es derzeit in Fellbach. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Allein in Fellbach wurden am Donnerstag fast 20 derartige Fälle registriert. Eine Seniorin sagt: „Ich hätte schwören können, es war wirklich meine Enkelin.“

Betrügerische Banden, die unverkennbar perfekt geschult sind und mit ihrer perfiden Masche Seniorinnen und Senioren austricksen, konzentrieren sich in diesen Tagen offenkundig auf das vordere Remstal. So meldet die Polizei, dass zahlreiche Haushalte im Raum Fellbach am Donnerstag mit betrügerischen Anrufen konfrontiert worden sind.

„Es handelt sich dabei um die bekannten Betrugsmaschen – also Schockanruf, Enkeltrick oder falscher Polizeibeamter – bei welchen Bürgerinnen und Bürger aufgefordert werden, Bargeld oder Wertsachen zu übergeben“, erläutert ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen. Dabei versuchen die Betrüger, mit erfundenen Unfall- oder Einbruchsgeschichten die Angerufenen einzuschüchtern und sie dadurch zur Übergabe der Gegenstände zu bewegen.

Auf Nachfrage konkretisiert der Sprecher, dass am Donnerstag allein in Fellbach an die 20 derartige Anrufe bei oft älteren Menschen bei der Polizei gemeldet wurden. Es dürfte jedoch eine Dunkelziffer geben von Menschen, die auf ähnliche Weise angerufen wurden, davon die Polizei aber gar nicht unterrichtet haben. Immerhin: Von einer Geldübergabe ist der Polizei bisher nichts bekannt.

Eine Betroffene berichtet

Wie realistisch das Szenario ist, hat unsere Redaktion auf Umwegen von Betroffenen erfahren. Demnach wurde eine Seniorin sogar in einem Fellbacher Restaurant angerufen. Sie war ob der schlimmen Nachrichten völlig aus dem Häuschen. Der Wirt allerdings konnte sie beruhigen, und nach weiteren Erkundigungen bei der richtigen Tochter war schnell klar, dass rein gar nichts vorgefallen war. „Aber ich hätte schwören können, dass das wirklich meine Enkeltochter war, die sich da gemeldet hatte“, schildert die ältere Dame ihre ersten Eindrücke beim Telefonat.

Angesichts dieser Vielzahl an Enkeltrick-Betrügereien gibt das Polizeipräsidium nochmals seine Warnhinweise bekannt: „Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Legen Sie bei derartigen Anrufen sofort auf. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Geben Sie keine persönlichen Daten oder die von Angehörigen heraus. Sprechen Sie am Telefon niemals über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse und geben Sie keine Geheimzahlen, Passwörter oder ähnliches heraus. Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion. Sprechen Sie mit Freunden und Verwandten über das Thema und sensibilisieren Sie Ihr Umfeld für diese Betrugsarten.“