Die Unternehmenszentrale der Thyssen Krupp AG in Essen. Foto: dapd

Ekkehard Schulz, Ex-Vorstandschef von ThyssenKrupp, will im Amt nichts von einem Schienenkartell gewusst haben. Erste eigene Ermittlungen des Unternehmens waren 2006 ohne Ergebnis geblieben.

Bochum - ThyssenKrupp hat schon 2006 erste interne Ermittlungen wegen möglicher Kartellabsprachen im Schienengeschäft eingeleitet. Das erklärte Ex-Konzernvorstand Edwin Eichler am Dienstag vor dem Bochumer Landgericht. Ein Manager eines anderen Unternehmens habe gegenüber einem Vorstandskollegen von ThyssenKrupp von „beruhigten Märkten“ gesprochen. Daraufhin sei sofort die Anti-Korruptionsabteilung eingeschaltet worden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht erhärtet. „Mir wurde immer gesagt, da ist nichts dran“, sagte Eichler den Richtern.

Bis zum Vorstandschef sollen die Hinweise über mögliche wettbewerbswidrige Absprachen damals allerdings nicht gelangt sein. „Ich habe erst nach meinem Ausscheiden aus der Presse von den Kartellvorwürfen erfahren“, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende von ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, als Zeuge vor dem Landgericht. Das sei 2011 gewesen. „In meiner aktiven Zeit habe ich davon nichts mitbekommen.“ Ein ThyssenKrupp-Sprecher sagte auf Anfrage am Dienstag: „Wir sind damals wiederholt belogen worden.“

In Bochum stehen zwei ehemalige Bereichsvorstände von ThyssenKrupp vor Gericht. Sie sollen jahrelang Preise und Liefermengen für Schienen abgesprochen haben. Das sogenannte Schienenkartell war 2011 nach einen anonymen Hinweis aufgeflogen. Einer der beiden angeklagten Ex-Manager von ThyssenKrupp beteuerte am Dienstag noch einmal, nichts von Kartellabsprachen gewusst zu haben. Sein 72-jähriger Ex-Kollege schweigt zu den Vorwürfen.

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