Danny Aiello hat mit einer TV-Serie in den Achtzigern den Durchbruch geschafft. Foto: Imago

Danny Aiello war für viele Filmregisseure die erste Wahl, wenn sie einen italo-amerikanischen Charakterkopf suchten. Spike Lee hat so sehr von ihm profitiert wie Luc Besson.

Stuttgart - Die von Jamie Rose gespielte Privatschnüfflerin Katy Mahoney, die bei Bedarf so taff wie ihre männlichen Kollegen auftrat, war in den 80er Jahren in „Die Lady mit dem Colt“ die Antwort des US-Serienfernsehens auf die weibliche Revolution in der Kriminalliteratur. Damit das Ganze dem Publikum nicht zu fremd und feministisch vorkam, bildete der ledrige Cop McNichols Widerpart und Stütze von Mahoney. Diesen Polizisten spielte Danny Aiello, dessen leicht zerfurchtes Pokergesicht von Großstadterfahrung gesättigt schien. Misstrauen und Menschenfreundlichkeit lagen da im ewigen Widerspruch.

Große Zeit bei Spike Lee

Auf die Serie folgte Aiellos große Zeit: Woody Allen etwa besetzte ihn in „Radio Days“, Norman Jewison in „Mondsüchtig“, Luc Besson in „Léon: Der Profi“, John Mackenzie in „Jack Ruby“: In letzterem spielte Aiello denkwürdig jenen Barbesitzer, der den Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald erschoss. Seine größte Rolle aber hatte der am Donnerstag im Alter von 86 Jahren gestorbene Aiello in Spike Lees „Do the right Thing“ (1989). Er gab den Pizzabäcker Sal Frangione, dessen Laden in einer afro-amerikanischen Nachbarschaft zum Zentrum von Rassenunruhen wird.

Wer diesen Film schon kennt und Aiello anders gedenken will, kann eine Jazz-CD des Mannes testen: Aiello war kein Sinatra-Konkurrent, aber ein rührend enthusiastischer Saloon-Crooner.

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