In Aachen ist das Dach einer Tankstelle weggeknickt. Foto: dpa

Überflutete Straßen, vollgelaufene Keller und ein eingestürztes Tankstellendach: Heftiger Regen hat in Nordrhein-Westfalen große Schäden angerichtet.

Essen - Heftige Unwetter mit starken Regenfällen sind am Dienstagnachmittag über Nordrhein-Westfalen gezogen und haben Schäden vor allem in den Regionen Wuppertal und Aachen angerichtet. In Wuppertal fuhren mehrere Autos gegen hochgedrückte Gullydeckel. In einem Fall löste dadurch ein Airbag aus und verletzte den Fahrer im Gesicht, wie eine Polizeisprecherin sagte. An einer Tankstelle in der Innenstadt knickte das Dach weg. Zahlreiche Straßen wurden überflutet. Hinzu kamen mehrere umgestürzte Bäume. In mindestens einem Fall soll das Wasser rund 70 Zentimeter hoch gestanden haben.

An der Universität Wuppertal ist das Dach eines Gebäudes eingestürzt. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen keine, wie die Uni nach dem Unwetter am Dienstagnachmittag auf ihrer Webseite mitteilte. Demnach stürzten an einem Unigebäude etwa 30 bis 50 Quadratmeter des Daches ein. Zudem stünden der Keller sowie Teile des Erdgeschosses mindestens zweier Gebäude unter Wasser. „Nach ersten Einschätzungen ist der Ausmaß des Schadens erheblich“, erklärte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch. Die Feuerwehr sei im Einsatz.

Nachdem Gleise überspült wurden, stellte die Deutsche Bahn im Raum Wuppertal den Zugverkehr ein. Auch die Schwebebahn fuhr nicht mehr. „In Wuppertal steht die komplette Stadt unter Wasser“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am späten Nachmittag in Essen. Er schätzte, dass dort in kurzer Zeit mehr als 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen waren.

In der Nachbarstadt Solingen wurde wegen des Unwetters der Gedenkakt zum 25. Jahrestag des Solinger Brandanschlags abgebrochen. Ein Wolkenbruch war während der Veranstaltung über den Platz der Feier niedergegangen. Hunderte Teilnehmer hatten zunächst Schutz unter den Bäumen gesucht. Sie waren danach aber von den Veranstaltern in deutscher und türkischer Sprache zum Verlassen des Ortes aufgefordert worden.

450 Notrufe allein in Aachen

Heftige Regenfälle gab es auch in Aachen. Dort registrierte die Feuerwehr am späten Nachmittag 450 Notrufe. Man habe Hilfe aus den Nachbarkommunen angefordert, sagte ein Sprecher. In einem Stadtteil von Aachen fiel zeitweise der Strom aus, nachdem ein Wassereinbruch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen verursacht hatte. In Duisburg lief Wasser in den Keller des Polizeipräsidiums, wie die Beamten via Twitter mitteilten.

Auch in anderen Teilen Nordrhein-Westfalens war der Bahnverkehr beeinträchtigt. Verspätungen gab es etwa in den Regionen Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Aachen sowie im Kreis Euskirchen. Auch im Raum Hilden warteten die Züge zeitweise an Bahnhöfen. Bei Nettersheim in der Eifel wurde die Autobahn 1 überschwemmt. Zeitweise wurde die Fahrbahn in Richtung Blankenheim gesperrt.

Der Deutsche Wetterdienst hatte seit dem Nachmittag immer wieder mit amtlichen Warnungen auf die Gefahren durch die Gewitter hingewiesen. Mit einem Abklingen rechnete ein DWD-Experte erst für die Nacht auf Mittwoch.

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