Welche "Do's and Dont's" gelten in der Sauna? Foto: HQuality / shutterstock.com

Sie gehen zum ersten Mal in die Sauna oder Ihr letzter Besuch ist schon eine Weile her? Wir geben Ihnen wertvolle Tipps und Verhaltensregeln für die Sauna an die Hand – damit Sie rundum entspannt bleiben können.

Ein Besuch in der Sauna ist bei vielen Menschen beliebt und bietet sich – vor allem im Winter – zur Entspannung und Entschleunigung an. Dabei härtet der Saunagang gegen Erkältung ab und kann auch bei Arthrose, Rückenschmerzen oder Störungen des vegetativen Nervensystems lindernd wirken. In der Sauna erhöht sich die Körpertemperatur auf bis zu 39°C – ein künstliches Fieber wird erzeugt. Dadurch werden Immunzellen aktiviert und Infekte effektiver abgewehrt. Saunabaden lässt uns außerdem jünger wirken: Es verlangsamt die Hautalterung.

Doch wie verhalten Sie sich in der Sauna richtig und was gibt es für Sauna-Neulinge zu beachten? Mit unserem Sauna-Knigge sind Sie optimal vorbereitet.

Sauna-Tipp #1: Nehmen Sie sich Zeit

Beim Saunieren geht es um Entspannung und Entschleunigung. Planen Sie deswegen genügend Zeit für den Besuch der Sauna ein – mindestens zwei Stunden, besser drei, sollten Sie sich freihalten.

Sauna-Tipp #2: Das gehört in Ihre Sauna-Tasche

Damit Sie sich beim Sauna-Besuch später nicht ärgern, checken Sie vorher, ob alles Nötige in der Tasche verstaut ist: 2 große Handtücher (eines als Unterlage in der Sauna, eines zum Abtrocknen nach dem Duschen), Bademantel, Badelatschen sowie Wasser.

Sauna-Tipp #3: Nicht mit vollem Magen in die Sauna

Ihr Magen sollte beim Saunabesuch weder ganz leer noch besonders voll sein – beides kann zu Kreislaufproblemen führen. Essen Sie vorher am besten etwas Leichtes, wie einen Salat oder Obst und ein paar Nüsse. Verzichten Sie laut Sauna-Knigge bereits am Tag vorher auf Zwiebeln und Knoblauch, um unangenehm riechende Ausdünstungen zu vermeiden.

Sauna-Tipp #4: Nie krank in die Sauna

Zwar stärkt ein Saunabesuch die Abwehrkräfte – wenn Sie sich aber schon eine Erkältung eingefangen haben, sollten Sie die Sauna meiden. Einerseits möchten Sie andere Gäste nicht anstecken und andererseits kann der Saunabesuch eine außergewöhnliche Belastung für Ihren Kreislauf darstellen.

Auch Menschen mit Entzündungen, offenen Wunden, Thrombosen oder Krampfadern sollten aufs Saunieren verzichten. Bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder im höheren Alter sprechen Sie unbedingt vorher mit Ihrem Arzt.

Sauna-Tipp #5: Fangen Sie langsam an

Ein entscheidender Sauna-Tipp für Anfänger, aber auch alte Hasen: Hören Sie auf Ihren Körper und brechen Sie den Saunagang ab, wenn Sie sich unwohl fühlen. Fragen Sie einen Bade- oder Saunameister um Rat, wenn Sie unsicher sind.

Wenn Sie Sauna-Neuling sind, probieren Sie sich vielleicht erst einmal an einer Bio-Sauna, die rund 60°C heiß wird. Steht Ihnen nur eine normale Sauna mit bis zu 110°C zur Verfügung, setzen Sie sich auf die unteren Bänke. Je höher Sie sitzen, desto heißer wird es. Gewöhnen Sie Ihren Körper langsam daran.

Der Saunagang an sich sollte niemals länger als 15 Minuten dauern. Ideal sind zwei bis drei Saunagänge von jeweils 8 bis 12 Minuten. Normalerweise gibt es in der Sauna eine Sanduhr, die Ihnen zeigt, wie viel Zeit bereits vergangen ist.

Sauna-Tipp #6: Vorher duschen

Dass man nach dem Saunieren duscht, ist klar. Aber auch vorher sollten Sie aus hygienischen Gründen unbedingt unter die Dusche gehen. So werden nicht nur Schweiß und Schmutz entfernt, sondern auch Kosmetikrückstände, welche die Poren verstopfen könnten. Verzichten Sie am Sauna-Tag auf stark duftende Shampoos, Parfüms oder Deos.

Sauna-Tipp #7: Handtuch mitnehmen – sonst nichts

Der Sauna-Knigge sagt: In Deutschland geht man nackt in die Sauna – ohne Badekleidung und ohne Badelatschen. Einerseits behindert Stoff die Verdunstung und somit die Kühlung des Körpers, andererseits gilt Bekleidung in der Sauna bei vielen auch als unhygienisch.

Ein Handtuch darf allerdings nicht fehlen. Setzen bzw. legen Sie sich stets auf ein großes Badehandtuch, das Ihren Schweiß auffängt. Achten Sie darauf, keinen Schweiß auf den Saunabänken zu hinterlassen.

Viele Menschen haben Hemmungen, ganz nackt in eine öffentliche Sauna zu gehen. Sie können sich ein zweites großes Handtuch umwickeln, Hamam-Tücher aus Baumwolle oder Leinen, sowie sogenannte Saunakilts (Handtücher mit Klettverschluß) nutzen.

Sauna-Tipp #8: Höflich und rücksichtsvoll – auch in unangenehmen Situationen

Betreten Sie die Sauna möglichst zügig, sodass nicht zu viel Hitze entweicht. Begrüßen Sie andere Anwesende mit einem leisen, freundlichen Gruß und suchen Sie sich einen freien Platz. Vermeiden Sie lautstarke Gespräche und Gelächter. Andere Menschen anzustarren oder zu mustern ist in der Saune ein absolutes No-Go. Sind Sie mit Ihrem Partner in der Sauna, verzichten Sie darauf, Zärtlichkeiten auszutauschen.

Das gilt übrigens auch, wenn Sie jemanden treffen, dem Sie in der Sauna lieber nicht begegnen würden: Chef, Kollegen, Schwiegereltern. Ignorieren ist hier die falsche Entscheidung. Begrüßen Sie sich höflich. Ist es Ihnen unangenehm, unbekleidet zu sein, bedecken Sie sich dezent mit einem Handtuch. Setzen Sie sich eventuell auf die gleiche Seite, damit direkter Blickkontakt vermieden wird.

Sauna-Tipp #9: Abstand halten

Zu den unausgesprochenen Saunaregeln gehört auch, anderen nicht zu nahe zu kommen. Halten Sie zu den übrigen Saunagästen etwa 30 Zentimeter Abstand (das ist ungefähr eine Unterarmlänge).

Sauna-Tipp #10: Nicht den Aufguss stören

Der Aufguss ist das Highlight jedes Saunabesuchs. Die heißen Steine im Saunaofen werden mit Wasser übergossen, Zusätze wie Kräuter und Duftessenzen regen zusätzlich Körper und Geist an. Vermeiden Sie es im Sinne des Sauna-Knigges deswegen, die Sauna während eines Aufguss zu betreten oder zu verlassen. Durch die offene Tür würden Dampf und ätherische Öle direkt aus der Sauna entweichen.

Sauna-Tipp #11: Abkühlung nicht vergessen

Schwitzen in der Sauna ist nur eine Hälfte eines gelungenen Saunatags. Die andere Hälfte besteht aus der Abkühlung. Denn während der Hitzephase werden Ihre Gefäße geweitet, bei der Abkühlung ziehen sie sich wieder zusammen – so wird die Durchblutung gestärkt, die Muskeln werden entspannt und der Stoffwechsel wird angeregt. Gehen Sie nach dem Saunabad, wenn möglich, zunächst an die frische Luft („Luftbad“) und versorgen Sie Ihren Körper mit frischem Sauerstoff. Anschließend duschen Sie sich kalt ab und gehen dann eventuell noch in ein Tauchbecken.

Sauna-Tipp #12: Ruhepausen einhalten

Damit der Saunabesuch den Körper auch wirklich entspannt und Sie zur Ruhe kommen, ist es essentiell, dass Sie zwischen den Saunagängen Ruhepausen einlegen. Ziehen Sie nach der Abkühlung einen trockenen Bademantel an und begeben Sie sich an einen ruhigen Ort. In der Regel hat jeder Spa-Bereich und jede Therme einen entsprechenden Ruhebereich für Saunabesucher. Ruhen Sie sich für mindestens 15, besser 30 Minuten aus, bevor Sie den nächsten Saunagang starten.

Sauna-Tipp #13: Trinken – aber kein Alkohol

Da Sie in der Sauna viel schwitzen, ist es natürlich wichtig, den Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Trinken Sie daher vor dem Saunagang schon Wasser, Tee oder Fruchtsaftschorlen. In den Ruhepausen können Sie ebenfalls etwas trinken. Alkohol sollten Sie aber besser nicht trinken, da dies negative Auswirkungen auf den Kreislauf haben kann und die Unfallgefahr steigt.

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