Ein ICE der Deutschen Bahn fährt bei Wiesental auf der Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart. Foto: dpa/Uli Deck

Die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart wird vom 10. April bis 21. Oktober 2020 zur Sanierung voll gesperrt. Bahnkunden müssen längere Reisezeiten und geänderte Strecken einplanen.

Stuttgart - Dass die geplante Vollsperrung der Schnellfahrstrecke zwischen Stuttgart und Mannheim zu längeren Fahrzeiten führen wird, war bekannt. Seit Dienstag können Bahnkunden im Internet einsehen, was dies für sie und ihre konkrete Verbindung bedeutet. Demnach ist die Strecke von den Osterferien an mit dem Zug nicht unter 83 Minuten zu schaffen. Gegenwärtig bewältigt der ICE die Strecke in weniger als 40 Minuten.

Vom 10. April bis zum 21. Oktober will die Deutsche Bahn (DB) die meistbefahrene Zugstrecke im Land sanieren. „Wir werden in die Zeit vor 1991 zurückgeworfen“, erklärte der Landessprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD), Matthias Lieb. Damals war die 99 Kilometer lange Neubaustrecke mit ihren 15 Tunnels und 90 Brücken eröffnet worden. Auch Fahrten von Stuttgart in Richtung Karlsruhe dauern während der Zeit der Sperrung länger, weil auch für sie Teile der Strecke genutzt werden. Die Fahrzeit erhöht sich um zehn bis 15 Minuten.

Zahl der Verbindungen sinkt

Zudem sinkt die Zahl der Verbindungen. Teilweise müssen Fahrgäste in Bruchsal umsteigen. Nach Mannheim wird künftig nur noch einmal in der Stunde ein direkter ICE verkehren. Er wird über Heilbronn geführt. Gleichwohl bleibt der lang gehegte Wunsch der Heilbronner nach einem ICE-Halt unerfüllt. „Aufgrund der relativen Kapazität des zur Verfügung stehenden Fahrzeugs und zur Erreichung einer attraktiven Fahrzeit können wir leider keine Zwischenhalte realisieren“, heißt es in einem Schreiben des Konzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz, an den Heilbronner Oberbürgermeister Harry Mergel (SPD). Die 125 000-Einwohner-Stadt bleibt damit eine der wenigen Großstädte ohne ICE-Halt.

Auch auf der Südbahn zwischen Biberach und Friedrichshafen wird es in den kommenden Monaten Behinderungen geben. Wegen der Elektrifizierung der Strecke gibt es vom 4. November an abschnittsweise Schienenersatzverkehre. Dafür wird die Höllentalbahn nach abgeschlossener Elektrifizierung am 2. Dezember auch auf dem Abschnitt zwischen Donaueschingen und Neustadt freigegeben. Ein Jahr später entfällt dann auch der Umstieg in Neustadt. Dann fährt die Bahn direkt von Villingen nach Freiburg.

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