Die Sammelpunkte von 55 Gläsern Nutella braucht man, um sie gegen ein WM-Fanshirt einzutauschen. Foto: dpa

Ob Punkte, Herzchen oder Meilen: Kunden sammeln beim Einkaufen und Reisen gern für Bonussysteme. Sparen lässt sich damit jedoch kaum etwas.

Ob Punkte, Herzchen oder Meilen: Kunden sammeln beim Einkaufen und Reisen gern für Bonussysteme. Sparen lässt sich damit jedoch kaum etwas.

Stuttgart - Die Sammelleidenschaft der deutschen Kunden seit Jahren ungebrochen. 1,2 Kundenkarten hat jeder Bundesbürger durchschnittlich, mit denen langfristig Punkte gesammelt werden. Hinzu kommen kurzfristige Aktionen mit Sammelpunkten. „Da kommt bei uns Menschen einfach der uralte Jäger- und Sammlertrieb durch“, sagt Norbert Wittmann. Er ist Chef der Gruppe Nymphenburg, ein auf den Handel spezialisiertes Beratungs- und Marktforschungsunternehmen in München.

Die Höhe der Belohnung sei dabei zweitrangig, „denn das Sammeln geht ohne großen Aufwand nebenbei“. So hat die Stiftung Warentest in einem Vergleich verschiedener Kundenkarten-Systeme im Jahr 2008 festgestellt, dass sich damit selten mehr als 0,5 bis drei Prozent sparen lassen – wenn überhaupt.

Schaut man sich die aktuelle Sammelpunkte-Aktion eines großen Süßwarenherstellers zur Fußball-Weltmeisterschaft an, wird schnell klar: Einen finanziellen Anreiz gibt es hier nicht. So müssen 55 Gläser Nuss-Nougatcreme für rund zwei Euro das Stück gekauft werden, um sie gegen ein Fan-Shirt einzutauschen. Für den Preis könnte man sich auch ein Original-Trikot leisten (ca. 50 Euro)– und trotzdem noch eine beträchtliche Menge Brotaufstrich.

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