Schüler auf Tuchfühlung mit Sami Khedira. Foto: Eva Herschmann

Fußballer Sami Khedira stellt in Schmiden das Bildungsprojekt seiner Stiftung vor, von dem auch 40 Achtklässler seiner ehemaligen Schule, der Hermann-Hesse-Realschule, profitiert haben.

Fellbach - Der Ort ist Sami Khedira wohlvertraut. Von 1997 bis 2001 besuchter der Fußball-Weltmeister von 2014 die Hermann-Hesse-Realschule in Schmiden. Am Montag stand er in der Festhalle, die am Rand des Schulgeländes liegt, Siebt- und Achtklässlern aus seiner alten Penne, sowie von der Zollberg-Realschule in Esslingen, der evangelischen Mörike-Realschule in Stuttgart und der Riegelhof-Realschule in Nellingen, Rede und Antwort. Die Mädchen und Jungen haben alle eine besondere Verbindung zu dem Profi-Fußballer, der in Oeffingen aufwuchs. Alle, insgesamt mehr als 120, wurden von der Sami-Khedira-Stiftung gefördert, die für sie Nachhilfeunterricht in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch finanziert hat.

Nach dem Triumph mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien vor vier Jahren hat Sami Khedira eine Stiftung ins Leben gerufen, mit der er benachteiligte und sozialschwache Kinder und Jugendliche unterstützt. Anlass für sein soziales Engagement war, das verriet er den Schülern, der „tolle Empfang“ in seinem Heimatort Oeffingen nach dem WM-Erfolg 2014. „Dass nach mir ein Stadion benannt wurde, war ein Klick-Moment.“ Seitdem versucht der Weltmeister mit seiner Stiftung etwas zurückzugeben.

Auf den T-Shirts der Schüler steht „Team Khedira“

„Team Khedira“ und „Erreiche dein Ziel“ prangt hinten auf den weißen T-Shirts der Schüler. Dass das Bildungsangebot, dass ihnen die Stiftung gemacht hat, hochwillkommen war, demonstrierten sie nicht nur mit ihrer Kleiderwahl. Auch Emails und Briefe, die sie Sami Khedira geschrieben haben, zeugen davon: „Ich habe viel gelernt und kann jetzt sogar aufs Gymnasium wechseln“, zitierte der Fußballer zufrieden. „Ich hatte ein bisschen Angst, ob es ankommt. Es ist schließlich was anderes, Kinder auf einen Fußballplatz zu bekommen oder auf eine Schulbank. Das kommt im ersten Moment vielleicht nicht so cool rüber“, sagte Sami Khedira.

In der Fragestunde ging es ziemlich persönlich zu. Er verriet, dass ihn seine Mutter immer erst zum Fußball gelassen habe, nachdem er die Hausaufgaben erledigt hatte. „Ich hab es damals nicht verstanden, aber ich hatte zum Glück Eltern, die auf Schule und Bildung gedrängt haben.“ Die Mädchen und Jungen wollten wissen, wie es Sami Khedira nach dem Ausscheiden bei der WM in Russland erging. „Die Stimmung war mit Euren Worten scheiße, alle waren sehr traurig“, erklärte der 31-Jährige. Persönlich habe er das Aus als Nackenschlag empfunden, aber nicht als Totalschaden. „Es gibt immer Rückschläge, es läuft nicht immer gut, und manchmal braucht man dann auch Hilfe.“ Oder eben Nachhilfe, gesponsert von seiner Stiftung. Denn das Projekt für Realschüler, auch das verriet Sami Khedira in Schmiden, werde weiterlaufen.

Sami Khedira denkt momentan nicht daran, zum VfB zurückzukehren

Ob er jemals wieder zum VfB zurückkehren will, wollte Markus Fritz, der Rektor aus Nellingen wissen, und schickte einen seiner Schüler vor. „Das ist eine gute Frage“, sagte Sami Khedira und grinste: „Stuttgart ist meine Heimat, hier sind meine Familie und Freunde. Aber so lange ich meine persönliche Leistung so abrufen kann, werde ich bei Vereinen spielen, die auf einen höheren Level sind. Aber sag niemals nie.“

Für die Schüler ist mit der Begegnung mit ihrem sportlichen Mentor ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen. „Jeden Montag vor dem Nachhilfeunterricht standen sie bei mir im Büro und haben gefragt, wann denn der Sami endlich mal kommt und Mathe mit ihnen lernt“, erzählte Dieter Burkhardt, der Rektor der Hermann-Hesse-Realschule lächelnd. 40 Mädchen und Jungen aus der Jahrgangsstufe acht haben den Förderunterricht in Mathematik genossen und sich größtenteils deutlich verbessert. „Sprünge um bis zu zwei Noten sprechen für sich“, sagte der Schulleiter aus Schmiden.

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