Das von Signatope entwickelte Verfahren basiert auf dem Nachweis sogenannter Biomarker. Foto: Signatope/Sascha Jahnke

Für den ersten Preis hat es zwar nicht gereicht, aber drei weitere Unternehmen sind mit dem Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg und eines mit dem Preis der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft ausgezeichnet worden.

Stuttgart - 90 Unternehmen haben sich in diesem Jahr für den Innovationspreis des Landes Baden-Württemberg beworben. Fünf können sich nun mit dem nach dem früheren Landeswirtschaftsminister Rudolf Eberle benannten Preis schmücken. 20 000 Euro und Platz eins gingen an Johannes Bohnert, der eine Maschine erfunden hatte, mit der sich beim Pressen von Holzspänen oder Pellets jede Menge Energie sparen lässt. Aber wer sind die anderen Preisträger?

Wellenzahl aus Karlsruhe

Das Karlsruher Unternehmen Wellenzahl Radar- und Sensortechnik hat einen winzigen Radarsensor entwickelt, der Abstände und Geschwindigkeiten sehr genau messen kann – und erhält dafür 10 000 Euro Preisgeld. Er kann bei der Überwachung von Generatoren beispielsweise ebenso eingesetzt werden wie in der Robotik. „Wenn sich bei schnell drehenden Maschinen Fehler einschleichen, dann kann der Sensor das erkennen“, erklärt Benjamin Göttel, einer von zwei Geschäftsführern des zwei Jahre alten Unternehmens mit vier Mitarbeitern. Auch aus anderen Branchen, wie der Textil- und der Kunststoffindustrie, seien schon Anfragen eingegangen. Der Vorteil: Wegen seiner kleinen Bauart könne der Sensor in die unterschiedlichsten Maschinen eingebaut werden.

Signatope aus Reutlingen

Das Reutlinger Unternehmen Signatope ist mit 10 000 Euro für ein biotechnologisches Testverfahren ausgezeichnet worden, mit dem neue Medikamente auf Nebenwirkungen untersucht werden können. Das Verfahren basiert auf dem Nachweis sogenannter Biomarker in Gewebeproben und Körperflüssigkeiten wie Blut und Urin. Lassen sich die Biomarker mithilfe der von Signatope hergestellten Antikörper nachweisen, ist das ein Indiz für Nebenwirkungen. „Glucose ist zum Beispiel so ein Biomarker, der für Diabetiker gefährlich sein kann“, erklärt Oliver Pölz, der Geschäftsführer von Signatope. Das Unternehmen arbeitet eng mit der Pharmaindustrie zusammen. 2019 strebt das zehnköpfige Team einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro an, nächstes Jahr will es 1,65 Millionen Euro erlösen.

Lesen Sie hier: Der letztjährige Sieger verbindet Schmiedetechnik mit 3D-Druck

Gutex aus Waldshut-Tiengen

Bei der neuen Holzfaserdämmplatte des Waldshut-Tiengener Unternehmens Gutex springt der Funke nicht über, bei der Jury schon. Deshalb hat sie die Erfindung mit 10 000 Euro prämiert. Holzfaserdämmstoffe sind generell besonders brandresistent. „Bei eingeschossigen Gebäuden reicht das aus, bei mehrgeschossigen nicht. Da gelten andere Anforderungen an den Brandschutz“, erklärt Ulrich Fehrenbach, Produktmanager bei Gutex. „Die neuen Platten sind nach EU-Norm nicht glimmend und schwer entflammbar“, ergänzt er. In der Konsequenz kann die weltweit erste nicht glimmende Holzfaserdämmung ohne aufwendige Brandschutzgutachten eingesetzt werden. 2018 waren 192 Mitarbeiter bei Gutex angestellt und erlösten 73 Millionen Euro, zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Hybrid-Airplane Technologies aus Baden-Baden

Für ihr Fluggerät namens „h-aero“ hat Hybrid-Airplane Technologies aus Baden-Baden den Preis der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) und 7500 Euro erhalten. Das mittels Solarzellen elektrisch betriebene Fluggerät ist im wesentlichen ein Heißluftballon und soll einmal vereinen, was andere Flieger nicht können: Beispielsweise senkrecht starten wie ein Hubschrauber, aber fliegen wie ein Flugzeug. Das 2016 gegründete Unternehmen hat zwei Angestellte und zehn freie Mitarbeiter. Zunächst sind die Fluggeräte noch klein, ähneln eher Drohnen und können beispielsweise zur Überwachung von Baustellen eingesetzt werden. Geschäftsführer Christian Schultze aber schweben bereits Maschinen vor, die wesentlich größer sind und monatelang in der Luft bleiben können.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: