Am 12. Oktober steigt in Renningen die große Ausbildungsmesse. Foto: dpa

Schule vorbei – und was kommt dann? Eine schwierige Frage, mit der sich gerade Hauptschüler schon früh auseinander setzen müssen. Am 12. Oktober gibt es für Schüler eine große Ausbildungsmesse, präsentiert von der LKZ.

Renningen - Schule vorbei – und was kommt dann? Eine schwierige Frage, mit der sich gerade Hauptschüler schon früh auseinander setzen müssen. Mit gerade einmal 14 Jahren müssen die Jugendlichen über ihre berufliche Zukunft entscheiden. Viele wissen jedoch gar noch nicht, was sie überhaupt machen möchten. Das Angebot ist groß, die Möglichkeiten scheinen nahezu unbegrenzt. Darunter das Richtige für einen selbst zu finden, ist eine echte Herausforderung. Ohne Unterstützung gestaltet sich das bisweilen schwierig. Doch wo finden die jungen Menschen im Landkreis diese Hilfe überhaupt?

Das weiß Kerstin Raschke vom Verein für Jugendhilfe im Landkreis Böblingen. Seit Jahren begleitet die Sozialarbeiterin junge Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben. Sie kennt die Ängste und Probleme, die dieser äußerst wichtige Lebensabschnitt mit sich bringt. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben, der ihnen Fragen beantwortet und Tipps gibt“, erklärt Kerstin Raschke. Dies könne keine Homepage im Internet ersetzen.

Deswegen rät sie den Jugendlichen, sich zuerst einmal an die Lehrer oder an die Schulsozialarbeiter zu wenden. „Die wissen, was zu tun ist, haben Kontakte und können auf ein großes Netzwerk zurückgreifen“, erklärt Kerstin Raschke.

Hilfe von Profis mit Netzwerk

Dieses Netzwerk ist nicht zuletzt durch die interkommunale Azubi-Börse entstanden, die am 12. Oktober in Renningen stattfindet. Auf dieser Jobmesse stellen sich 50 verschiedene Firmen und Betriebe vor, Schüler und Eltern werden beraten und können sich über verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten informieren.

„Es muss schließlich irgendwie nach der Schule weitergehen“, sagt Frank Arnold vom Amt für Jugend und Bildung im Böblinger Landratsamt. Er hat eine ganz klare Botschaft an die Jugendlichen: „Es gibt keine Alternative zur Ausbildung“, sagt er. Ob dies bedeute, gleich in einem Betrieb eine Lehre anzufangen oder weiter die Schulbank bis zum höheren Schulabschluss zu drücken, Frank Arnold hält beide Wege für sinnvoll. „Es hängt immer davon ab, wie der einzelne Jugendliche tickt und was ihm liegt“, sagt Arnold.

„Was kann ich und wo passe ich hin?“ Das ist die alles entscheidende Frage, die viele junge Menschen beschäftigt und nicht selten auch quält. Genau das herauszufinden, sei die Aufgabe der Jugendsozialarbeiter vor Ort. „Wir helfen den Jugendlichen, ihre Stärken und ihre Neigungen zu erkennen“, erklärt Kerstin Raschke.

Im nächsten Schritt werde dann ein nach einem Praktikum gesucht. Auch dabei gibt es Unterstützung durch die Sozialarbeiter. Denn diese, sagt Raschke, hätten einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber den Jugendlichen: „Wir kennen viele Leute, haben gute Kontakte zu Ausbildungsbetrieben und wissen sofort, wo wir anrufen müssen.“ Am Ende springe häufig auch der ein oder andere Ausbildungsplatz dabei heraus.

Schülerpaten als Lotsen im Ausbildungsdschungel

Die Betreuung durch die Jugendsozialarbeit gestaltet sich ganz individuell, je nach Bedürfnis des einzelnen Jugendlichen. Denn die Schüler werden eins zu eins betreut. Das komme bei den jungen Menschen gut an, weiß Kerstin Raschke. „Die meisten sind sehr dankbar, dass sich jemand Zeit nur für sie nimmt und sich voll und ganz auf sie einlässt“, berichtet die Sozialarbeiterin. Sie rät davon ab, den Weg in die berufliche Zukunft im Internet zu starten. Denn ihre Erfahrung habe gezeigt, dass die Fülle an ungefilterten Informationen und Angeboten die meisten jungen Menschen schlicht überfordere, sagt Raschke. Deswegen: kurze Wege – schnelle Hilfe. Und die leisteten eben die Sozialarbeiter.

Und es gibt noch einen weiteren Baustein der Hilfe, die Schülerpaten. Das sind Ehrenamtliche, die sich für junge Menschen einsetzen, ihnen unterstützend zur Seite stehen und bei der Berufsfindung, im Alltag und beim Schulabschluss helfen. Die Paten arbeiten mit der Jugendsozialarbeit, den Schulen und den Ausbildungsbetrieben zusammen.

Eine Patenschaft besteht meist über zwei bis drei Jahre. Die Betreuung beginnt in der achten Klasse und dauert entweder bis ins erste Ausbildungsjahr oder bis zum Ende der Ausbildung. Frank Arnold koordiniert die Patenaktion im Kreis Böblingen. Derzeit sind dort 360 Männer und Frau im Einsatz. „Sie sind Ansprechpartner für die Schüler, aber auch für ihre Ausbilder“, erklärt Arnold. Er sieht in dem Patenmodell eine große Chance. „Die Paten haben viel Lebenserfahrung, gute Kontakte und kennen sich in der Arbeitswelt aus“, sagt Frank Arnold, „ohne Hilfe kann der Start in die Berufswelt ganz schön schwierig werden.“

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