Die Stelle des Bürgermeisters in Gerlingen ist ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist läuft noch wenige Tage. Der Amtsinhaber Georg Brenner (parteilos) geht Ende Januar in den Ruhestand. Foto: factum/Simon Granville

Fünf Bewerbungen für das Amt des Rathauschefs gingen bei der Stadt Gerlingen bis Donnerstagsabend ein. Einer der Kandidaten ist kein Unbekannter, der andere löste in anderen Kommunen Irritationen aus.

Gerlingen - Zwei weitere Personen wollen in Gerlingen Bürgermeister werden. Das teilt die Stadt auf Anfrage am Donnerstagabend mit.

Einer von ihnen ist Martin Martz. Der gebürtige Aalener (51, parteilos) ist in der Strohgäu-Kommune kein Unbekannter: Er war fast 20 Jahre lang – von 1997 bis 2016 – der Einsatzleiter des Baubetriebshofes. Außerdem spielte er lange bei der Kultur- und Sportgemeinde (KSG) Tischtennis. Inzwischen arbeitet der gelernte Maurer als Handwerker.

Ein Bewerber ist umstritten

Dann ist da noch Samuel Speitelsbach. Die Stadt war für Anfragen zu seiner Person nicht mehr zu erreichen – dafür erfährt man von der Internet-Suchmaschine Google umso mehr: Samuel Speitelsbach, 32 und aus dem Neckar-Odenwald-Kreis, gilt als ein umstrittener Dauerbewerber, der sich krude und teilweise rechtsextrem äußert. Auch deshalb handelte er sich schon mehrere Strafanzeigen ein.

Damit lagen der Gerlinger Verwaltung bis Donnerstagabend fünf Bewerbungen vor. Neben der Ersten Beigeordneten der Stadt, Martina Koch-Haßdenteufel (49, parteilos), will auch der Kommunalberater Dirk Oestringer (33, parteilos) die Nachfolge des seit 1999 amtierenden Bürgermeisters Georg Brenner (parteilos) antreten. Zudem hat der Dauerkandidat und Musikpädagoge Ulrich Raisch (58, CDU) seinen Hut in den Ring geworfen. Die Bewerbungsfrist endet am 4. November um 18 Uhr, die Wahl ist am 1. Dezember.

Alle Kandidaten auf einer Bühne

In den nächsten Wochen können sich die Bürger ein Bild von den Bewerbern machen. Der Gemeinderat beschloss, dass sich die Kandidaten an drei Terminen vorstellen können: Los geht es am Dienstag, 19. November, in der Stadthalle. Am Freitag, 22. November, sind die Bewerber in der Waldschule, am Dienstag, 26. November, in der Breitwiesenschule. Bei den Orten wie Terminen habe man sich daran orientiert, wie es vor der Wahl vor 20 Jahren war, sagt der Bürgermeister.

Vorstellung in der Stadthalle – „unter größter Anstrengung“

Die Gemeinderäte nickten die Termine einmütig ab. Jedoch sehen einige die Stadthalle als Ort für die Vorstellung kritisch. Nach dem Wasserschaden am 8. Oktober wurden alle Veranstaltungen bis zum Jahresende abgesagt. Erst nach der Sanierung wird die Halle freigegeben. „Wir bekommen die Veranstaltung unter größter Anstrengung gerade mal so hin“, sagt der Stadtbaumeister Thomas Günther. Man müsse Provisorien und externe Einrichtungen schaffen, zum Beispiel seien dem Wasser zwei Drittel der Stühle zum Opfer gefallen. Die Alternative ist die Brückentorhalle. Da sie aber keine Veranstaltungsstätte sei, müsse man genauso Anstrengungen unternehmen, wenn die Vorstellung dort sein soll.

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