Pfarrer Ernst-Michael Wahl begrüßt die Gäste in der Mauritiuskirche. Foto: Nicklas Santellli

Die Blumenschau „Mauern werden lebendig“ ist eröffnet – und die Besucher strömen. Mancher Besucher war schlicht platt über so viel Farbenpracht und verspielte Blütenarrangements.

Rommelshausen - Mancher Besucher war schlicht platt über so viel Farbenpracht und verspielte Blütenarrangements: Kernens Blumenschau mit ihren üppigen Kränzen und Sträußen auf Mauern, an Wänden und unter Lauben hat die Besucher bei der Eröffnung an diesem Montag verzaubert. Staunend stellte ein alteingesessener „Römer“ fest: „So schön war Rommelshausen noch nie.“

Schon die Eröffnung war ein voller Besuchererfolg

Entzückt wiesen die Besucher in der Mauritiuskirche, in der Pfarrscheuer, im Pfarrgarten und entlang der Wege ihre Begleiter auf viele entdeckte Details hin und freuten sich über den Anblick.

Schon die Eröffnung war ein voller Besuchererfolg: Die auch sonst nicht schlecht besuchte evangelische Mauritiuskirche war bis auf wenige Plätze voll besetzt. Beim folgenden Ständerling im von Rosen nahezu überwucherten Pfarrgarten standen sich die Menschen fast auf den Füßen und staunten über zusätzlich aufgestellte frische Rosengestecke und eine überdimensionale goldene Krone. Bürgermeister Stefan Altenberger sagte: „Wer gedacht hat, wird lehnen uns in der zweiten Hälfte der Gartenschau zurück, hat sich getäuscht. Wir legen jetzt erst richtig los.“

Mehrere Floristenbetriebe, aus Rommelshausen, Waiblingen und Umgebung, aber auch geschickte Hände aus Waldshut-Tiengen, haben daran gearbeitet

„Mauern werden lebendig – Rom(melshausen) blüht auf“ lautet das Motto der Blumenausstellung. Ihr verantwortlicher Florist, David Gerber aus Kirchheim/Teck, umschreibt dies so: „Blumen bringen die Mauern und somit Rommelshausen zum Blühen. Blumen öffnen unser Herz.“ Das Werk eines Einzelnen war diese opulente Schau nicht, wie Gerber betont. Mehrere Floristenbetriebe, aus Rommelshausen, Waiblingen und Umgebung, darunter Blumen Maile, aber auch geschickte Hände aus Waldshut-Tiengen, haben daran gearbeitet. Blumen-Lieferanten haben verbilligte Preise eingeräumt, um die Masse der verarbeiteten Blüten bezahlbar zu halten. Vier Viereinhalb-Tonner-Lastwagen brauchte es laut David Gerber allein dafür, um das für sich schon wunderschöne Rohmaterial anzukarren.

Der Bürgermeister bedauerte, dass diese Rommelshauser Pracht nicht ewig währt

Zwei Muss-man-gesehen-haben seien unter den vielerlei das Auge erfreuenden Gestecken, Kränzen und Herzen eigens erwähnt, weil sie sich in Innern eher versteckt statt offen am Wegesrand befinden. Tief in den Keller der Pfarrscheuer zu den Fässern reicht der Blick, die abgesperrte Treppe ist herrlich mit roten Rosen drapiert. Hoch ragt ein lichtes Werk aus ganz in weiß gehaltenen Blüten in der einst bemalten Apsis hinter dem Altar der Kirche auf. Sie erinnern David Gerber an schwebende Engelsflügel. Überhaupt freuten sich der geschäftsführende Pfarrer Ernst-Michael Wahl und Oberkirchenrat Ulrich Heckel, dass in der Mauritiuskirche biblische Geschichten floral in Szene gesetzt worden sind. Heckel sah daher in der Remstal-Gartenschau „eine Gelegenheit, über den Schöpfer und die Schöpfung nachzudenken.“ Er würde sich manchmal wünschen, dass die Menschen mit der Umwelt genauso pfleglich umgehen wie mit ihren Gärten. David Gerber griff diese Gedanken auf: „Wir Floristen haben die Aufgabe, diese Schöpfung wieder ins Augenlicht zu rücken.“

Der Bürgermeister bedauerte, dass diese Rommelshauser Pracht nicht ewig währt. Um so mehr rief er die Besucher auf, immer wieder zu kommen, bis die Ausstellung am 9. September endet. Was für Besitzer der Remstalcard kostenlos geht. Andere müssen in der Mauritiuskirche jeweils eine Tageskarte für vier Euro lösen. Kostenpflichtiger Bereich ist auch die Pfarrscheuer, geöffnet sind beide von 9 bis 18 Uhr.

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