Kein Planschbecken, aber ein Refugium für Tiere inmitten von Blumen. Foto: Michael Käfer

Bei der Neugestaltung der Wasserflächen rund um die Fellbacher Schwabenlandhalle hat die Stadt tierische Bewohner mit großem Aufwand umgesetzt. Doch jetzt tummeln sich wieder Dutzende fingerlange Fische in den sanierten Becken.

Fellbach - Eine bunte und immer wieder wechselnde Blumenpracht erfreut derzeit nicht nur die menschlichen Besucher des Parks der Schwabenlandhalle in Fellbach. An warmen und sonnigen Tagen sind an den Blüten von Natternkopf, Sonnenhut und Co. auch zahlreiche Insekten auf der Jagd nach Pollen und Nektar. Neben Hummeln, Wild- und Honigbienen zählen dazu einige Schmetterlingsarten.

Zahlreiche Fellbacher fragen sich deswegen, wie diese den Umbau des Parks überstanden haben

Distelfalter und Admiral hat FZ-Leser Karl Mantel beispielsweise kürzlich dort gesichtet. Andere Insekten bevorzugen tierische Nahrung. Libellen wie die Azurjungfern gehören dazu. Sie haben mindestens einen der beiden Teiche im Park der Schwabenlandhalle zurückerobert.

Die Betonung liegt dabei auf dem Wort „Zurück“, denn schon vor der zur Remstal-Gartenschau erfolgten Umgestaltung des Parks waren in den beiden Teichen zahlreiche Tiere zu finden. Im südlichen der beiden, also dem Vorgänger des „Fontänenteichs“, lebten neben Spitzschlammschnecken viele Fische.

Ungewöhnliche Exoten wie Koikarpfen fanden die Mitarbeiter der Stadt bisher zwar nicht

Zahlreiche Fellbacher fragen sich deswegen, wie diese den Umbau des Parks überstanden haben. Bereits bei der regelmäßigen Wartung der Teiche und ihrer Technik gelten „besondere Schutzmaßnahmen, damit die Tiere nicht geschädigt werden“, sagt Sabine Laartz, die Pressesprecherin der Stadt Fellbach. Muss das Wasser komplett abgelassen werden, wie es beim Umbau der Fall war, dann „werden die Fische und Frösche in die Regenrückhaltebecken am Kappelberg versetzt.“

Ungewöhnliche Exoten wie Koikarpfen fanden die Mitarbeiter der Stadt bisher zwar nicht, immer wieder einmal entdecken sie jedoch kleine Speisekarpfen. Wie die Fische in die Teiche des Schwabenlandhallenparks gelangen, kann nur vermutet werden. „Die Tiere werden nicht von der Stadt ausgesetzt“, betont Sabine Laartz. Neben der Übertragung von Laich durch das Gefieder von Enten oder anderen Wasservögeln könnte es auch sein, dass einzelne Fische bewusst von Fellbachern eingesetzt werden. Erwünscht ist das jedoch nicht.

Im Gegensatz zu dem von Anfang an gechlorten Wasser der Fontänen ist das Teichwasser chlorfrei

Seit dem Ende des Parkumbaus wurden im „Fontänenteich“ zwar Insektenlarven, aber noch keine Fische entdeckt. Darüber ist die Stadt offenbar auch ganz froh, denn der flache, mit Kieselsteinen ausgelegte Teich und seine empfindliche Technik sind weder auf dichten Fischbesatz, noch auf die Tritte von Badegästen ausgerichtet. „Der Teich kann zum Füße abkühlen genutzt werden, sollte aber nicht mit einem Nichtschwimmerbecken verwechselt werden“, sagt Sabine Laartz. Im Gegensatz zu dem von Anfang an gechlorten Wasser der Fontänen ist das Teichwasser chlorfrei und nicht für den Badebetrieb geeignet. Fischfreundlicher als der „Fontänenteich“ ist der mit einem Aussichtssteg versehene und von Pflanzen umgebene nördliche Teich der Schwabenlandhalle. Hier tummeln sich bereits jetzt wieder Dutzende, teils fingerlange Fische.

Wenig erbaulich war zumindest in der Vergangenheit die Situation an der Teichanlage beim Kongresshotel. „So wurde bei der letzten großflächigen Reinigung der Hotelpark-Teiche neben verschiedenen Abfällen auch Autoreifen oder ein Einkaufswagen gefunden“, berichtet Sabine Laartz. Durch den Abbau des mitunter als Toilette zweckentfremdeten Türmchens und der Neugestaltung der Teiche und des Spielplatzes hofft die Stadt auf eine Verbesserung. Die Tiere am und im Wasser wüssten etwas mehr Rücksichtnahme sicherlich zu schätzen.

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