Fröhliche Menschen, tolles Wetter und nachdenkliche Worte: das Reformationsfest auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Das Fest zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation hat am Samstag viele Besucher auf den Stuttgarter Schlossplatz geführt. Das Programm ist überwältigend. Trotzdem fand Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auch ernste Worte.

Stuttgart - Vor dem stimmungsvollen ökumenischen Gottesdienst bei strahlendem Wetter war Bewegung beim Reformationsfest der evangelischen Landeskirche auf dem Stuttgarter Schlossplatz angesagt. Der Tänzer und Choreograf Eric Gauthier, mit seiner Stuttgarter Dance Compagnie international erfolgreich, brachte die Besucher vor der großen Bühne dazu, mit Händen und Oberkörpern eine Friedenstaube fliegen zu lassen und die Herzen gen Himmel zu schicken. Alle machten mit. Passend dazu läuteten gegen 17 Uhr die Glocken von der katholischen Kirche St. Eberhard.

Ministerpräsident Kretschmann wirbt für versöhnte Verschiedenheit

„Der Sinn von Politik ist Freiheit“, zitierte Ministerpräsident Winfried Kretschmann seine Lieblingsphilosophin Hannah Arendt in seinem Grußwort. Politik müsse das Zusammensein der Verschiedenen organisieren, so der Landesvater. Offen, verschieden und fröhlich würden die Menschen am Samstag und sicher auch am Sonntag auf dem Schlossplatz feiern. Populisten dagegen würden das Zusammenleben von Gleichen propagieren. „Nur der Mensch wird geduldet, wie man ihn sich vorstellt“, sagte Kretschmann. Am Sonntag sei Bundestagswahl. „Denken Sie dann an solche Fragen“, so Kretschmann. Das Motto der Reformationsfeier „... da ist Freiheit“ bedeute versöhnte Verschiedenheit.

Schon seit dem Mittag fanden sich ungezählte Menschen auf dem Schlossplatz ein, um Lieder zu hören und zu singen, um an den vielen Informationsständen zu erfahren, wie sich die evangelische Landeskirche engagiert und wie sie arbeitet, und um zusammen einen schönen Tag zu verbringen.

„Viva la Reformacion“

Die Stuttgarter Band „Deine Ludder“ begeisterte mit rockig-harmonischen Lutherliedern wie „Ein feste Burg ist unser Gott“ und rief in die Menge „Viva la Reformacion“. Auf der kleinen Bühne spielte danach die integrative Theatergruppe des Bruderhauses Reutlingen ein Stück, in dem der Ablasshandel gegeißelt wird. Die Schauspielerinnen und Schauspieler mit geistiger Behinderung und ihre Normalo-Kollegen bekamen viel verdienten Applaus.

Nach dem ökumenischen Gottesdienst mit Landesbischof Frank Otfried July und Bischof Gebhard Fürst sowie Musik von Johannes Falk und Band wird zur Freude vieler Fans der bekannte Künstler Laith Al-Deen mit seiner Band die große Bühne betreten.

Am Sonntag ist das Programm ebenso reichhaltig. Los geht’s um 10 Uhr mit Musik von DJ Faith und Loisach Marci. Den ganzen Tag wird gefeiert, diskutiert und gebetet. Und zum Abschluss entert die Band Glasperlenspiel die große Bühne.

Weitere Informationen sind unter www.da-ist-freiheit.de/das-festival zu bekommen.

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