Rund zwei Drittel der Jugendlichen, die an der Haldenbergrealschule ihren Abschluss machen, streben schon jetzt das Abitur an. Foto: Christian Hass

Die Realschule Uhingen möchte ein Sprungbrett für ihre besonders starken Schüler bieten.

Kreis Göppingen - Als Sprungbrett für den Besuch des Göppinger Freihofgymnasiums soll an der Haldenbergrealschule Uhingen für besonders leistungsstarke Schüler eine elfte Klasse eingerichtet werden. Eine solche Kooperation sei in Vorbereitung, bestätigten die beiden Schulleiter, die offenbar auf die Unterstützung von Göppingens Oberbürgermeister Guido Till und dem Uhinger Bürgermeister Matthias Wittlinger zählen können. Nachdem ein erster Anlauf zur Genehmigung im Frühjahr angesichts der Landtagswahlen nicht zustande kam, suchen die Partner in spe nun das Gespräch mit der neuen Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Die Ministerin soll nach Uhingen kommen

„Wir haben die Ministerin nach Uhingen eingeladen und wollen ihr unser Konzept vorstellen“, sagte Günter Roos. Der experimentierfreudige Rektor des Freihofgymnasiums, der seine Schule bereits vor Jahren in einem Schulversuch in den naturwissenschaftlichen Fächerverbund NWT, Naturwissenschaft und Technik, geführt hatte und die Schule zu einem Ganztagesbetrieb ausbaute, streckt nun seine Fühler nach Uhingen aus. Hier gebe es in jedem Abschlussjahrgang eine Menge guter Schüler, die nach einer zusätzlichen elften Klasse fit fürs allgemeinbildende Gymnasium sein könnten.

Die beruflichen Gymnasien gelten als der Königsweg

Walter Albrecht, der Rektor der Haldenbergrealschule möchte seine Schule mit der angestrebten Kooperation fit für die Zukunft machen. „Das ist meine Vision für 2020 und so schnell gebe ich nicht auf“, sagte er mit Blick auf seine starken Schüler, für die er neben dem Königsweg in die beruflichen Gymnasien nach dem Realschulabschluss auch den Weg ins allgemeinbildende Gymnasium ebnen möchte. Albrecht erklärte, dass rund zwei Drittel der Abgänger schon jetzt den Weg ins Berufsschulzentrum in der Öde wählten. Dort führen neben einem Wirtschaftsgymnasium auch ein Technisches-, ein Ernährungswissenschaftliches- und ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium bis zur allgemeinen Hochschulreife.

In Mathe und Französisch sind die Unterschiede groß

Schon seit Jahrzehnten regelt die so genannte multilaterale Versetzungsordnung den Übergang von der Realschule ins Gymnasium für Schüler mit guten bis sehr guten Noten. Er habe jedoch beobachtet, dass nur wenige Schüler diesen Weg beschritten, sagte Albrecht. Zu groß seien die Unterschiede in den Bildungsplänen. Hohe Hürden sieht Albrecht in den Fächern Mathematik und Französisch, wo die Unterschiede im Unterrichtsniveau besonders stark spürbar seien.

Mit dem angepeilten Modell in einer zusätzlichen elften Klasse könnten seine Schüler diese Lücken schließen. Schon jetzt hätten die kooperierenden Schulen für das Fach Mathematik ihre Stoffverteilungspläne ausgetauscht. Außerdem könnte eine zusätzliche Französischstunde ab Klasse sieben einen geplanten Übergang erleichtern. Das Staatliche Schulamt sieht einem Antrag der beiden Schulen gelassen entgegen. Man werde das pädagogische Konzept zu gegebener Zeit bewerten, sagte der Leiter Jörg Hofrichter, der überdies auf die „hervorragenden Angebote“ des bestehenden Berufsschulzentrums verwies.

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