Die grafische Darstellung zeigt die amerikanische Raumsonde Voyager 2 mit dem Planeten Neptun und seinem Mond Triton. Die Grafik von Don Davis wurde von der Nasa im August 1981 veröffentlicht. Foto: Nasa//Don Davis/dpa

Vor einem Jahr tauchte die amerikanische Raumsonde Voyager 2 in den interstellaren Raum jenseits unseres Sonnensystems ein. Neueste Messdaten der Nasa-Sonde zeigen Überraschendes.

London/Washington - Messungen der Raumsonde Voyager 2 zeigen eine erstaunlich scharfe Grenze des Innenraums unseres Sonnensystems. Die Sonde hatte vor einem Jahr diese sogenannte Heliosphäre verlassen und war damit in den interstellaren Raum eingetaucht. Im Fachblatt „Nature Astronomy“ präsentieren fünf Forscherteams jetzt die Auswertung der Messdaten von dieser Passage vom 5. November 2018.

Sie lief demnach etwas anders ab als bei der Schwestersonde Voyager 1, die diese Grenze bereits am 25. August 2012 überquert hatte. Die beiden Sonden werden nun voraussichtlich Milliarden Jahre lang durchs All driften.

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Daten aus dem interstellaren Raum

Unsere Sonne bläst einen kontinuierlichen Teilchenstrom ins All. Dieser heiße Sonnenwind hat eine große Blase im interstellaren Gas ausgehöhlt, die Heliosphäre. Sie endet dort, wo der Druck des dünnen, heißen Sonnenwinds dem des dichteren und kühleren lokalen interstellaren Mediums gleicht. Die Schwerkraft der Sonne reicht noch viel weiter in den interstellaren Raum hinein, so dass auch dort noch ferne Asteroiden und Kometen unseres Systems kreisen.

„Als die beiden Sonden vor mehr als 40 Jahren gestartet wurden, hatten wir keine Vorstellung, wie groß die Blase ist, die die Sonne in das interstellare Medium eingeschnitten hat“, erläutert Voyager-Chefwissenschaftler Edward Stone vom California Institute of Technology zu den neuen Datenanalysen.

Beide Raumsonden haben die Grenze der Heliosphäre nun in fast gleicher Distanz passiert: «Voyager 1» in etwa 121 Astronomischen Einheiten, Voyager 2 in rund 119. Eine Astronomische Einheit ist die Entfernung der Erde von der Sonne.

Das deutet auf eine symmetrische Kugelform der Heliosphäre hin, zumindest auf einer Seite. Denn beide Sonden haben dieselbe Halbkugel der Heliosphäre durchquert und sie schräg in Flugrichtung unseres Sonnensystems verlassen, das sich durch die Galaxis bewegt.

Sonden wird bald Energie ausgehen

Den Voyager-Sonden wird allerdings voraussichtlich bald die Energie ausgehen. Stone schätzt, dass die radioaktiven Batterien noch etwa fünf Jahre reichen. „Als die beiden Voyagers gestartet wurden, war das Weltraumzeitalter erst 20 Jahre alt“, sagt der Planetenforscher. „Niemand hat erwartet, dass sie 40 Jahre halten würden.“

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Große Tour durchs Sonnensystem

Die Voyagers hatten 1977 im Abstand weniger Tage ihre „große Tour“ durchs äußere Sonnensystem begonnen und in den folgenden Jahren die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun besucht. Voyager 1 war bereits hinter dem Saturn nach Norden abgebogen, Voyager 2 nach dem Besuch des Neptun Richtung Süden. Nach Jahrzehnten haben sie nun die Grenze der Heliosphäre passiert und sind damit auf dem Weg zu den Sternen.

„Die beiden Voyagers werden die Erde überdauern“, betont William Kurth von der Universität von Iowa. „Sie sind in ihren eigenen Umlaufbahnen um die Galaxie für fünf Milliarden Jahre oder mehr. Und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf irgendetwas stoßen, ist nahezu null.“

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