Ein von Esa-Astronaut Alexander Gerst auf Twitter verbreitetes Foto zeigt den Frachter „Cygnus“ nach dem Ankoppeln an die ISS durch einen Roboterarm. Foto: Esa/Alexander Gerst/dpa

ie deutsche Raumfahrt hat himmelstürmende Pläne. Um die zu bezahlen, will die Bundesregierung das Budget aufstocken und gleichzeitig bei den deutschen Beitrag für die europäische Raumfahrtagentur Esa kürzen.

Berlin - Die Bundesregierung will der europäischen Raumfahrtagentur Esa die Mittel kürzen und mehr Geld für rein deutsche All-Missionen ausgeben. Das sieht ein Antrag der großen Koalition vor, über den die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag) berichtet. Danach soll die Esa künftig aus Deutschland jährlich rund 80 Millionen Euro weniger bekommen.

Rein deutsche Raumfahrtprogramme sollten dagegen rund zwölf Millionen Euro mehr pro Jahr erhalten. Der Bundestag entscheidet am Donnerstag (14. November) über den Antrag der Regierung. Noch laufen die Verhandlungen zum Haushalt und damit auch zum Esa-Beitrag.

Das Bundeswirtschaftsministerium widerspricht dieser Darstellung. Auch andere Ministerien zahlten in das Esa-Budget ein; dieses werde auch 2020 ungefähr gleich bleiben.

EU bezahlt Löwenanteil des Esa-Budgets

Die Europäische Weltraumorganisation finanziert sich hauptsächlich über die Europäische Union. Sie zahlte dieses Jahr gut 81 Prozent des Gesamtetats. Die Mitgliedsbeiträge stellten rund zwölf Prozent der Jahresmittel. Unter den Esa-Mitgliedsstaaten ist Deutschland der zweitgrößte Beitragszahler. Die Bundesrepublik steuerte etwa 927 Millionen Euro bei. Frankreich leistete mit 1,2 Milliarden Euro den größten Beitrag.

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Ende November verhandeln die Esa-Mitgliedsländer in Sevilla über gemeinsame europäische Raumfahrtprogramme und deren Finanzierung. „Es liegt jetzt bei den Mitgliedsstaaten, wie viel sie in den verschiedenen Programmen zeichnen. Am 28. November haben wir Gewissheit“, sagte Esa-Generaldirektor Jan Wörner.

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