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Künftig blitzen die Österreicher von vorn - und können damit deutsche Autofahrer belangen.

Wien - Die österreichische Polizei nimmt ausländische Raser ins Visier. Sie hat gemeinsam mit der Straßenfinanzierungsgesellschaft Asfinag drei Radaranlagen in Betrieb genommen, die Autofahrer von vorn blitzen können. Bewährt sich der Testlauf, sollen die Front-Radarboxen an fünf weiteren Standorten aufgestellt werden. In den nächsten Wochen sind die Geräte auf der Wiener Außenring Autobahn A 21 bei Gießhübel, auf der Wiener Außenring Schnellstraße S 1 und der Tauern Autobahn A 10 auf scharf gestellt. Später soll es auch auf der Inntal Autobahn A 12 in Betrieb gehen.

Der Nachteil der bisherigen rund 450 Radargeräte in Österreich ist, dass sie Autos und deren Nummernschilder nur von hinten blitzen. Deutsche Temposünder kommen daher oft ohne Strafen davon. Um sie belangen zu können, muss nach deutschem Recht nicht nur das Kennzeichen, sondern auch der Fahrer abgelichtet werden. Mit den für jeweils 150.000 Euro aufgerüsteten neuen Radarboxen ist dies nun möglich.

Eigentlich sollten schon zur Fußball-EM 2008 ausländische Raser von vorn geblitzt werden. Denn seit dem 1. März 2008 können Verkehrsstrafen europaweit vollstreckt werden, sofern die Geldstrafe mindestens 70 Euro beträgt. Doch die Umrüstung verzögerte sich um zwei Jahre. Nun allerdings warnt der international tätige Innsbrucker Anwalt Hubert Tramposch: "Deutsche Autofahrer müssen noch öfter mit einem vollstreckbaren Bußgeldbescheid aus Österreich rechnen." Der Chefjurist des Autoclubs ÖAMTC, Hugo Haupfleisch, betont aber: Zeige das Bild einen Lenker beim Telefonieren oder ohne Gurt, könne er nicht belangt werden. Hier sieht das Gesetz zwingend vor, dass der Fahrer angehalten wird.

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