In den Blitzer geflattert: In Bocholt flog im Februar 2019 eine Taube in eine Radarfalle - sie war mit 45 Km/h in einer 30er-Zone unterwegs. Foto: Stadt Bocholt

Knutschend in die Radarfalle: Immer wieder wertet die Polizei kuriose Blitzerfotos aus. Mal galoppiert ein Pferd durchs Bild, mal löst eine Taube den Blitzer aus. Und immer wieder versuchen selbsternannte Spaßvögel, die Polizei zu narren.

Stuttgart - Man hat es eilig, drückt aufs Gas und plötzlich wird es hell – vermutlich ist jeder Autofahrer in seinem Leben schon einmal in die Radarfalle getappt.

Rund um das leidige Thema Blitzer gibt es auch immer wieder kuriose Zwischenfälle: Tiere, die so schnell unterwegs sind, dass die Radarfalle auslöst. Selbsternannte Spaßvögel, die mit heruntergeklappter Sonnenblende und verborgenem Nummernschild unzählige Male an Blitzern vorbeirasen. Ein Liebespaar, das knutschend ins Blitzlichtgewitter fährt.

So postete die nordrhein-westfälische Stadt Bocholt auf Facebook das Blitzer-Foto einer Taube, die mit 45 statt der erlaubten 30 Kilometern pro Stunde in eine Radarfalle geflattert war. "Ob und vor allem wie der schnelle Vogel die 25 Euro Verwarnungsgeld zahlen kann und will, bleibt offen", schreibt die Stadt augenzwinkernd.

Ludwigsburger Polizei schnappt Spaßraser

Im November 2017 fuhr ein jugendlicher Motorradfahrer in Tempo-30-Zonen in Pleidelsheim, Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen und Kirchheim am Neckar ganze 50 Mal durch stationäre Blitzer – er glaubte offenbar, dass man ihm nicht auf die Schliche kommen könne, da er das Kennzeichen seiner Yamaha abmontiert hatte. Akribische Ermittler kamen dem jungen Mann schließlich auf die Spur – genauso wie einem 17-Jährigen, der sich ein paar Wochen später in Ludwigsburg den gleichen Spaß erlaubte.

Ein besonderes Zeichen seiner Liebe setzte ein Pärchen im Sommer 2017 in Dortmund: Auf der Autobahn 45 erwischte die Polizei die zwei knutschend – statt mit den erlaubten 100 waren sie mit 139 Kilometern pro Stunde unterwegs. Das teure Lippenbekenntnis wurde als Blitzerfoto für die Ewigkeit festgehalten.

In Belgien wurde eine 79-jährige Porschefahrerin im Sommer 2017 zu einer Strafe von 1200 Euro verurteilt. Sie war das erste Mal geblitzt worden - statt der erlaubten 120 Kilometern pro Stunde war sie mit sagenhaften 238 km/h unterwegs.

Pferd galoppiert in Radarfalle

2016 wurde das Blitzerfoto eines besonders eiligen Pferdes zum Internethit: Die Brandenburger Polizei hatte das Bild des Tieres aus dem Jahr 2005 in ihrem Facebook-Adventskalender gepostet – es war mit seiner Reiterin mit 43 km/h unterwegs gewesen.

Schon 2011 galoppierte ein anderes Pferd im Emsland in eine Radarfalle: Das Tier war von einer Koppel ausgebüxt und rannte in Meppen im abendlichen Berufsverkehr über eine Hauptstraße. Schneller als die Polizei erlaubt war der Gaul aber nicht: Die Radarfalle wurde nicht von dem Schimmel ausgelöst, sondern von einem Wagen danach, der bei Rot über die Ampel fuhr. Offenbar war der Autofahrer von dem ungewöhnlichen Verkehrsteilnehmer vor ihm so abgelenkt, dass er das Rotlicht nicht bemerkte.

Papagei geblitzt

Tierisch schnell war 2016 auch ein Papagei im pfälzischen Zweibrücken: Er war mit 43 Kilometer pro Stunde durch eine 30er-Zone und voll in eine Radarkontrolle geflattert.

Peinlich wurde es im Jahr 2016 für die Stadt Köln: Wegen eines nicht richtig ausgeschilderten Tempolimits waren Hunderttausende Autofahrer auf der A3 fälschlicherweise geblitzt und mit Bußgeldern belegt worden. Die Stadt musste in der Folge über eine Million Euro an die zu Unrecht Geblitzten zurückzahlen.

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