Konsumentenschützer Klaus Müller vor dem OLG Braunschweig: Die Verbraucherzentralen rechnen sich im Verfahren gegen Volkswagen gute Chancen aus. Foto: dpa/Yasmina Aust

Die Verbraucherzentralen und der ADAC haben den Volkswagen-Konzern wegen der massenhaften Manipulation von Dieselmotoren verklagt. Rund 440 000 Kunden sind mit an Bord, in Kürze beginnt das Verfahren.

Berlin - . Eineinhalb Wochen vor Beginn der Verhandlung zur Musterfeststellungsklage gegen Volkswagen haben sich die Verbraucherzentralen zuversichtlich gezeigt, ein gutes Ergebnis für geprellte Diesel-Kunden zu erzielen. Dies könne auch ein Vergleich sein, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, am Dienstag in Berlin. „Wir glauben, dass wir in diese Auseinandersetzung mit sehr guten, starken Argumenten gehen.“

Die mündliche Verhandlung beginnt am 30. September vor dem Oberlandesgericht Braunschweig. Der VZBV hatte im Herbst 2018 gemeinsam mit dem ADAC eine Klage gegen den VW-Konzern auf den Weg gebracht, der sich bislang rund 440 000 Verbraucher angeschlossen haben. Es ist das erste Mal, dass das neu geschaffene Instrument einer Musterfeststellungsklage zum Einsatz kommt. Bis 29. September können Diesel-Kunden der Klage beitreten.

Australien kein Vorbild

Das Gericht soll nun feststellen, dass der Konzern Käufern von Autos der Marken VW, Audi, Seat und Skoda grundsätzlich einen Ersatz des Schadens schuldet, der durch die Software-Manipulation von Dieselmotoren entstanden ist. Es geht um Motoren des Typs EA 189, in denen eine illegale Abschalteinrichtung verbaut wurde. Diese erkennt, wenn das Auto auf einem Prüfstand steht. Beim Straßenbetrieb hingegen wird die Abgasreinigung ausgeschaltet, der Wagen stößt dann mehr schädliche Stickoxide aus als zulässig. Der Dieselskandal um Volkswagen war 2015 in den USA ans Licht gekommen.

Gibt das Gericht der Musterfeststellungsklage statt, können die Verbraucher auf dieser Grundlage in einem zweiten Schritt persönliche Ansprüche erstreiten. Denkbar ist aber auch, dass das Verfahren in die nächste Instanz geht, das wäre dann der Bundesgerichtshof. Bis die betroffenen Kunden tatsächlich Geld sehen, können mehrere Jahre ins Land ziehen. Der VZBV hofft deshalb, dass VW einlenkt und einen Vergleich anbietet. In Australien hatte der Konzern dies kürzlich getan. Jeder Kunde, der dort an einer Sammelklage beteiligt ist, soll umgerechnet knapp 900 Euro erhalten. VZBV-Chef Müller machte deutlich, dass sein Verband in Deutschland ein Angebot dieser Größenordnung nicht akzeptieren werde.

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