Eine Frau schwenkt bei einer Demonstration eine große historische Flagge von Belarus. Foto: dpa/Paul Zinken

Die weltweit erhöhte Aufmerksamkeit für die Proteste in dem osteuropäischen Land sorgen dafür, dass sich die Bezeichnung Belarus für Weißrussland durchsetzt. Warum ist das so?

Stuttgart - Seit die Proteste in dem osteuropäischen Land internationale Beachtung erlangt haben, wird das in Deutschland bisher Weißrussland genannte Land zunehmend als Belarus bezeichnet. Was stimmt nun? Tatsächlich ist im Grunde beides richtig, „Belarus“ ist allerdings politisch und diplomatisch korrekt, „Weißrussland“ eher umgangssprachlich.

Aus unserem Plus-Angebot: „In Belarus erwacht die Zivilgesellschaft“

Der Name Weißrussland wurde in den Medien seit der Unabhängigkeit des Staates von der Sowjetunion 1991 verwendet und hat sich in der Folge im Sprachgebrauch durchgesetzt. Allerdings stellt er eine Assoziation zu Russland her, die keine historischen Wurzeln hat und aus der Sicht der Menschen in Belarus sogar kontraproduktiv für die eigene Identitätsfindung ist.

Der Eigenname Belarus, wörtlich übersetzt „Weiße Rus“, bezieht sich nicht auf Russland, sondern auf die Kiewer Rus, ein Großreich im Mittelalter. Das Auswärtige Amt verwendet den Begriff Belarus, um falsche Assoziationen mit Russland zu vermeiden. Die Nachrichtenagenturen waren die Vorreiter, nun folgen andere Medien mit diesem Namen.

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