Die Berkheimer Firma Festo ist auch im Bereich der Künstlichen Intelligenz aktiv. Foto: Roberto Bulgrin

Zum ersten Mal verleiht das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg den Preis „KI-Champion“. Er richtet sich an Unternehmen, die herausragende Innovationen mit Künstlicher Intelligenz entwickelt haben. Einer der Gewinner: Die Esslinger Firma Festo.

Esslingen - Das Esslinger Unternehmen Festo wurde für seine Entwicklung „Intelligente pneumatische Laufzeitüberwachung“ mit dem Preis „KI-Champions Baden-Württemberg“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg ausgezeichnet. „Mit dem Wettbewerb zeigen wir Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die mit ihren Lösungen herausragende Beispiele für KI ‚Made in BW‘ sind“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der virtuellen Ehrung. Ziel von künstlicher Intelligenz (KI) ist es, Maschinen selbstständig handeln und lernen zu lassen. Neun Unternehmen und Institute wurden mit dem Preis ausgezeichnet.

Was steckt hinter der Innovation von Festo? Das Esslinger Familienunternehmen erklärt es so: In der Automobilindustrie werden in den Fertigungslinien tausende pneumatische Spannsysteme eingesetzt. Sie fixieren zum Beispiel die einzelnen Teile beim Schweißen im Karosserie-Rohbau. Eine Software von Festo mit künstlicher Intelligenz von Resolto stellt fest, ob die Spanner noch richtig funktionieren oder besser im Sinne einer vorausschauenden Wartung getauscht werden sollten. Dazu nutzt sie ausschließlich die Signale der Ventile und der Endlagen der Antriebe, die ohnehin vorhanden sind. So ließen sich teure Ausfälle vermeiden.

Thilo Streichert, Leiter Development Embedded Software, und Dominic Kraus, Product Management and Business Development, nahmen den Preis stellvertretend per Live-Schalte entgegen. Außerdem war auch Festo Vorstand für Product and Technology Management Frank Melzer aus dem Urlaub zugeschaltet: „Da künstliche Intelligenz die Schlüsseltechnologie der Zukunft ist, liegt unser Fokus auf der Weiterentwicklung dezentraler, autonomer Systeme und künstlicher Intelligenz.“

Der Wettbewerb ist Teil des „Aktionsprogramms KI für den Mittelstand“ des Wirtschaftsministeriums. Er wurde zu Beginn des Jahres erstmals ausgeschrieben und richtet sich an Unternehmen und wirtschaftsnahe Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg. „Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie der Zukunft und für den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg von essenzieller Bedeutung“, erklärte Hoffmeister-Kraut.

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz spielt vor allem im Bereich Industrie 4.0 eine wichtige Rolle. Bei diesem Zukunftsprojekt geht es darum, die industrielle Produktion zu digitalisieren und Maschinen miteinander zu vernetzen. Wie das Bundesamt für Bildung und Forschung auf seiner Webseite schreibt, erschließen sich daraus neue Geschäftsmodelle und erhebliche Optimierungspotenziale in Produktion und Logistik. Laut Hoffmeister Kraut, setzen bereits zahlreiche Unternehmen in Baden-Württemberg KI-Lösungen vielversprechend um.

Mehr als 40 Bewerbungen seien bei „KI-Champions“ eingegangen, es wurden neun Preisträger ausgewählt. „Die beeindruckende Resonanz auf den Wettbewerb zeigt einmal mehr das enorme Potenzial unserer Unternehmen in Baden-Württemberg. Wir müssen aber noch besser darin werden, Forschungsergebnisse schnell und erfolgreich in die Umsetzung und auf den Markt zu bringen“, sagte die Wirtschaftsministerin. In drei Kategorien gab es Preise: Forschungseinrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen bis 500 Beschäftigte sowie große Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten.

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