Rainer Mutschler: 17 Jahre lang Marketingchef beim VfB Stuttgart, nun Leiter im Nachwuchsleistungszentrum – und bald Präsidiumsmitglied? Foto: Baumann

Bei der Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart wird der Nachfolger von Thomas Hitzlsperger als Präsidiumsmitglied gesucht. Zwei Kandidaten stehen zur Wahl, einer davon ist Rainer Mutschler – wir stellen ihn vor.

Stuttgart - Das mit dem Spaßfaktor war in den vergangenen Monaten ja eine überschaubare Angelegenheit beim VfB Stuttgart – vor allem natürlich wegen des dritten Abstiegs aus der Bundesliga in der Vereinsgeschichte. Doch Rainer Mutschler sagt: „Es wäre mir ein Vergnügen.“ Und meint damit das Ehrenamt als Mitglied des VfB-Präsidiums.

Nun ist es nicht so, dass der Mann, einst geboren in Bad Saulgau, nicht wüsste, welches Amt bei welchem Verein er da eigentlich anstrebt. Rainer Mutschler kennt sich aus an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt. 17 Jahre lang, von 2000 bis 2017, war er Geschäftsführer der VfB Marketing GmbH und saß im erweiterten Vorstand des Clubs. „Der VfB“, weiß er deshalb, „hat eine wichtige gesellschaftliche Position und Funktion.“ Und er wolle dabei helfen, diese „zu erhalten und zu vertiefen“. Aber warum eigentlich?

Überrascht und erfreut

Vor zwei Jahren hat Mutschler den VfB verlassen. Er wohnt seitdem in Kressbronn nahe des Bodensees, beruflich ging es zu den Towerstars Ravensburg. Beim Eishockey-Zweitligisten war der 59-Jährige Leiter Marketing und Sponsoring, nach einem Jahr folgte der Schritt in die Selbstständigkeit als Unternehmensberater. In Mutschlers „großem Erfahrungsschatz aus dem Spitzen- und Breitensport“ sowie in dessen „Netzwerk und Fachwissen“ sah der Vereinsbeirat des VfB die Gründe, den ehemaligen Weiß-Roten für das Amt im Präsidium vorzuschlagen.

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„Ich war überrascht vom Anruf des Vereinsbeirats“, sagt Rainer Mutschler, „aber auch sehr erfreut. Es wäre schließlich eine klasse Aufgabe.“ Gerade für ihn, der die Bedeutung der Sportvereine so sehr schätzt – auch abseits des Leistungssports. So sieht er das auch beim VfB, dem Fußball-Zweitligisten. „Ich bin überzeugt“, sagt der gelernte Bankkaufmann, „dass der VfB viel mehr darstellt als den Profibetrieb.“ Am kommenden Sonntag nun steht Rainer Mutschler wie Werner Gass (Mutschler: „Wir verstehen uns bestens, da wird es keinen Sieger oder Verlierer geben“) zur Wahl – sein VfB-Comeback hat er aber schon gegeben.

Doppelrolle möglich

Kurz nach der Nominierung durch den Vereinsbeirat nämlich kam schon wieder ein VfB-Funktionär auf den Oberschwaben zu. Diesmal war es Thomas Hitzlsperger, der den früheren Bundestrainer Ski alpin für das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des VfB gewonnen wollte. Dessen administrativen Leiter holte der Sportvorstand zuletzt ins eigene Team, zum Angebot, der Nachfolger von Markus Rüdt zu werden, sagte Rainer Mutschler dann gerne ja. Ein Rückzug als Kandidat für das Präsidium war danach kein Thema: „Ich hatte ja mein Wort gegeben.“

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Nun also wieder 100 Prozent VfB – und ab Sonntag vielleicht noch mehr, sollte der begeisterte Bergsportler und Diplomtrainer auch ins Ehrenamt gewählt werden. Beim VfB ist man der Meinung, dass das eine das andere nicht ausschließt – und hat ein Beispiel dafür: Bevor Thomas Hitzlsperger im Februar dieses Jahres Sportvorstand der VfB AG wurde, war er sowohl Präsidiumsmitglied des Vereins – und dabei zuständig unter anderem für die Jugendabteilung (U 11 bis U 15) –, als auch NLZ-Leiter.

Am Sonntag wird sein Nachfolger im Ehrenamt gesucht. Und für Rainer Mutschler wäre es, passend dazu, übrigens nicht nur „ein Vergnügen“. Sondern auch „eine Ehre“.

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