Christian Riethmüller unterlag Claus Vogt bei der Wahl zum neuen Präsidenten des VfB Stuttgart. Foto: Baumann

Zur Wahl zum Präsidenten hat es nicht gereicht für Christian Riethmüller – raushalten will er sich beim VfB Stuttgart künftig aber nicht. Auch einen offiziellen Posten kann er sich weiter vorstellen.

Stuttgart - Die Entscheidung war längst gefallen – gegen ihn. Und doch durfte Christian Riethmüller am Sonntagabend wieder und wieder Hände schütteln. Und nicht selten wurde er beglückwünscht. Zum neuen Präsidenten des VfB Stuttgart ist zwar Claus Vogt gewählt worden, mit seiner deutlich emotionaleren und vor allem leidenschaftlicheren Rede vor den VfB-Mitgliedern hatte aber auch der Geschäftsführer der Osianderschen Buchhandlungen überzeugt – und war vom Wahlsieg am Ende gar nicht so weit entfernt gewesen. Wäre es nur auf diesen einen Sonntag angekommen, Riethmüller hätte wohl noch bessere Karten gehabt.

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„Ich freue mich, dass mich viele zu meiner Rede beglückwünschen“, sagte er danach gegenüber unserer Redaktion und gab sich als fairer Verlierer: „Ich wünsche Claus Vogt alles Glück der Welt.“ Die Momente auf der Bühne empfand er als „einfach toll“.

Positives Fazit der Kandidatur

Auch sonst zog er ein positives Fazit seiner Kandidatur. Zwar musste er auch erleben, was es heißt, sich tagtäglich im Lichte der Öffentlichkeit zu bewegen. So wurde ihm ein alter Kommentar auf Facebook aus dem Frühjahr dieses Jahres womöglich zum Verhängnis. Darin hatte er sich unflätig gegenüber dem VfB-Spieler Santiago Ascacibar geäußert. Dafür entschuldigte sich Riethmüller am Sonntag hoch offiziell. Er erklärte aber auch: „Die Monate haben mich viel gelehrt, ich habe tolle Menschen kennen gelernt, denen ich freundschaftlich verbunden bleiben werde.“ Das sei am Ende wichtiger als ein Amt.

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Wobei er noch nicht abgeschlossen hat mit einem Engagement beim VfB. Enttäuscht zurückziehen wolle er sich nun jedenfalls nicht, sondern weiter seine Meinung sagen. Womöglich irgendwann mal wieder als Redner auf einer Mitgliederversammlung („Wenn ich das Gefühl hätte, Impulse geben zu müssen“). Oder aber in einem offiziellen Amt.

Ein anderes Amt für den Unterlegenen?

„Ich habe Claus Vogt gleich gesagt: Ich würde für den Aufsichtsrat zur Verfügung stehen“, sagte der 44-jährige, „der VfB ist und bleibt schließlich mein Verein.“

Der nun bevorstehende Wechsel vom Wahlkampfmodus zurück ins berufliche Leben bereitet Christian Riethmüller übrigens keine Sorgen. „Für unsere Läden beginnt nun die wichtigste Woche des Jahres“, sagte er über den Endspurt im Weihnachtsgeschäft, in dem er „jeden Tag im Geschäft stehen“ möchte.

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