Die Wirte in ihrer Pop-up-Bar. Foto: privat

Was tun, wenn der Weihnachtsmarkt schließt, man aber noch nicht genug Weihnachtsstimmung getankt hat? Das fragt sich ein Ludwigsburger Pärchen seit Langem. Mit einer Pop-up-Bar will es – zumindest kurzzeitig – Abhilfe schaffen.

Ludwigsburg - Es scheint fast ein echter Weihnachtszauber zu sein: Die Confiserie Luckscheiter in der Ludwigsburger Kirchstraße wird sich diesen Donnerstagabend und an den drei Tagen darauf innerhalb von eineinhalb Stunden in eine Pop-up-Bar namens Santa’s Secret verwandeln. Statt Brezeln und Pralinen können die Kunden jeweils von 20 Uhr an festliche Cocktails mit Namen wie Lazy Rudolph (mit Bratapfelgeschmack) oder Miss Santa (mit Mandarinenlimonade) bestellen. Für diejenigen, die keine Cocktails wollen, gibt es Bier, Wein, Gin oder alkoholfreie Bowle.

Dass sie sich mit dem abendlichen Aufpoppen ihrer Bar ein ambitioniertes Ziel gesteckt haben, merkten die Initiatoren Stefanie Schluchter und Adrian Feyhl bereits beim Probeumbau. Um 18.30 Uhr, wenn die Konditorei schließt, müssen die Regale ausgeräumt und die Vitrinen mit Holzverkleidungen abgedeckt werden – schließlich soll sich an den Pralinen und Schokoladen niemand selbst bedienen. Dann noch Weihnachtsdeko verteilen, Bäumchen zurechtrücken, Getränke kühlen und Cocktails vorbereiten. „Da brauchen wir sicher sechs Leute“, sagt Schluchter. Das Paar aus Ludwigsburg hat dafür seine Freunde eingespannt.

„Die Idee dazu schwirrt uns schon seit mehreren Jahren im Kopf herum“, erzählt Schluchter. Auslöser sei ein Besuch des heimischen Weihnachtsmarkts gewesen. „Wir wollten danach noch weiterfeiern aber mit Cocktails in einer weihnachtlichen Umgebung“, sagt Feyhl. „ Allerdings haben wir in der Umgebung nichts Passendes gefunden.“ Die zündende Idee kam dem 31-Jährigen, als er zu Gast in einer Pop-up-Bar in Mannheim war.

Zur Leidenschaft für Mixgetränke kam Schluchter über ihren Bruder, der 2003 den Ludwigsburger Cocktail-Club gründete. Aber: „Wir haben lange nach einer passenden Location gesucht“, sagt Feyhl – bis er eines Tages seinem ehemaligen Schulkameraden Felix Luckscheiter von der Idee erzählte und ihn dafür begeistern konnte. Als dieser Anfang des Jahres seine Konditorei in der Kirchstraße eröffnete, ergriffen das Paar seine Chance. Die Pop-up-Weihnachtsbar ist eine Art Hobbyprojekt für die Angestellte und den Ingenieur. „Uns reicht es, wenn unsere Kosten wieder reinkommen, den Rest wollen wir spenden“, sagt Schluchter. „Vielleicht sagen wir nach den vier Tagen: Nie wieder!“ Der Stressfaktor dürfte hoch sein, denn wenn die Bar zwischen 1 und 2 Uhr schließt, heißt es: Alles auf Anfang. Vom Weihnachtszauber sollen die Kunden in der Konditorei am nächsten Tag nichts mehr sehen.

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