Die Bilder für die Ausstellungen hat Agi Schilling Foto: /Gottfried Stoppel

In ihrer neuen Pop-up-Galerie in der Neuen Straße mitten in Schorndorf führt Julia Schilling – zumindest bis auf Weiteres – das Werk ihrer Mutter Agi Schilling fort

Schorndorf - Es hat ein Jahr gedauert, bis Julia Schilling so weit gewesen ist, auch in Sachen Kunst direkt in die Fußstapfen ihrer Mutter zu treten. Mehr als 40 Jahre lang war die Schorndorfer Gemeinderätin Agi Schilling in ihrer Heimatstadt, später auch in Stuttgart, als Galeristin aktiv. Was sich in diesen vier Jahrzehnten so alles im Hause Schilling angesammelt hat, das ist jetzt unter Regie von Tochter Julia in der am Wochenende neu eröffneten „Schilling Temporary Pop-up-Galerie“ in wechselnden Ausstellungen mit zeitgenössischen Kunstwerken namhafter Künstler zu sehen und käuflich im Angebot. „Irgendwie musste ich das einfach machen – die Kunst ist ja schließlich da“, sagt bei der Eröffnung am Samstag die frischgebackene Galeristin und – auch da lässt die liebe Mutter grüßen – Schorndorfer Gemeinderätin Julia Schilling.

Die Familie hat den Anstoß gegeben

Sie habe ein Jahr gebraucht, um die Situation zu erfassen und sich zu sortieren, sagt die Frau, die inzwischen ihre Arbeit im Krankenhaus aufgegeben hat, aber natürlich nach wie vor für Familie und Ehrenamt da sein will. Die weit gestreute familiäre Aufmunterung und Unterstützung sei es letztlich auch gewesen, die entscheidend zu dem jetzt begonnenen Projekt in der Neuen Straße beigetragen habe.

Zusammen natürlich mit dem Umstand, das dort im Gebäude Nummer drei die idealen Räumlichkeiten in zentraler Lage zumindest für ein Jahr zur Verfügung stehen. „Danach schauen wir mal“, sagt Julia Schillung.

Und Interesse an dem neuen Kunstladen in der Schorndorfer Altstadt besteht, wie die Schlangen zeigen, die sich am späten Samstagmorgen beim Start der Vernissage vor dem Eingang vis-á-vis des Rathauses bilden. Natürlich muss sich dort jeder Kunst- und Galerie-Interessierte zunächst in die Corona-konforme Teilnehmerliste eintragen und darf sich mit einer Maske versehen. Drinnen bestaunt zum Beispiel Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer unter anderem die auch inhaltlich anspruchsvollen Werke von Yana Duga, der Ehefrau eines Cousins von Julia Schilling.

Corona als neuer künstlerischer Ansporn

Die Künstlerin ist anwesend und unterstützt so das familiäre Kunstprojekt. Ganz aktuelle Impressionen seien es zum Teil, die in jene Bilder eingeflossen seien, die sie erst kürzlich gemalt habe, sagt Duga. Etwa beim Dinosaurier mit Maske. Die aktuellen Ängste seien mit in das Werk projiziert – stirbt womöglich die Menschheit irgendwann an Pandemien aus, wie einst die Dinosaurier? Corona habe letztlich die Kunst massiv beflügelt, habe für neue grundsätzliche Überlegungen und philosophische Betrachtungen gesorgt, die in Kunst umgesetzt sein wollen. „Die Menschen sind hungrig nach solchen Dingen – die brauchen nicht nur etwas zu essen.“ In der Pop-up-Galerie werden – zunächst ein Jahr lang – alle vier bis sechs Wochen neue Bilder aus der Sammlung der Mama hängen, verspricht Julia Schilling.

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