SWR-Intendant Kai Gniffke (Archivbild) Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

SWR-Intendant Kai Gniffke ist gegen eine Verbannung für AfD-Politiker wie Björn Höcke in Talkshows und begründet seine Haltung.

Hamburg/Stuttgart - SWR-Intendant Kai Gniffke ist gegen eine Verbannung für AfD-Politiker wie Björn Höcke in Talkshows. „Ich halte nichts von einem Bann über einzelne Personen“, sagte Gniffke der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Wenn wir anfangen zu unterscheiden, wer bei uns auftreten darf und wer nicht, kommen wir argumentativ ganz schnell in den Wald.“

Im vergangenen Dezember hatte ZDF-Chefredakteur Peter Frey bekanntgegeben, dass Höcke nicht mehr als Gast in ZDF-Talkshows erwünscht sei. Der Thüringer AfD-Politiker wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistische Führungsperson eingestuft. ARD-Talker Frank Plasberg hatte 2018 angekündigt, den AfD-Politiker Alexander Gauland nicht mehr in die Sendung „Hart aber fair“ einzuladen, da dieser den Nationalsozialismus verharmlose.

„Was macht man denn, sollte Höcke thüringischer Ministerpräsident werden?“, sagte Gniffke. „Ihn nicht zu Wort kommen lassen? Das wird schwer.“ Die ARD habe den Auftrag, die Gesellschaft zusammenzuhalten, und die AfD sei die größte Oppositionspartei im Bundestag. „Deswegen haben wir diese Leute nicht nur abzubilden, sondern auch mit denen zu reden.“

  
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