Die Orangerie steht ebenfalls auf der Parkplatzfläche. Sie wird nach der Gartenschau auf jeden Fall abgebaut, weil sie nur als Provisorium geplant ist. Foto:  

Für die Remstal-Gartenschau wurde der Schlosspark in Schorndorf um den benachbarten Parkplatz erweitert, der dem Land gehört. Die Stadt Schorndorf wünscht sich, dass diese Fläche nach der Gartenschau nicht wieder zu einem Parkplatz wird.

Schorndorf - Die Remstal-Gartenschau biegt auf die Zielgerade ein. Noch bis 20. Oktober dauert das Grünevent an, die so genannten Erlebnisgärten schließen bereits am kommenden Wochenende ihre Tore. Zu diesen eintrittspflichtigen Gartenschaugeländen gehört der Schorndorfer Schlosspark. Das Areal hat in den vergangenen Wochen einen besonderen Zauber versprüht. Dazu beigetragen hat einiges, was nach der Gartenschau abgebaut werden soll: die liebevoll gestalteten Mikrogärten oder die gläserne Orangerie, die bei vielen gut ankam.

Mehr als 70 Parkplätze sind neben dem Schorndorfer Schloss weggefallen

„Die Orangerie ist nur ein Provisorium, sie könnte keine Schneelast halten“, sagt der Oberbürgermeister Matthias Klopfer. Hauptgrund für den Rückbau ist aber, dass diese Bereiche auf einem Parkplatz des Landes stehen. Dort konnten vor der Umgestaltung für die Gartenschau die Mitarbeiter des Amtsgerichtes und des Finanzamtes ihre Autos abstellen. Insgesamt sind mehr als 70 Parkplätze weggefallen, für die Betroffenen wurden Ausweichparkplätze geschaffen. Doch wenn es nach Matthias Klopfer und der Landtagsabgeordneten Petra Häffner (Bündnis 90/Die Grünen) geht, soll das Land auch zukünftig auf diese Stellplätze verzichten.

Klopfer und Häffner haben einen Brief ans Finanzministerium geschickt

„Schorndorf wächst, und das vor allem in der Kernstadt. Wir brauchen mehr Grünflächen und würden deswegen gerne den erweiterten Schlosspark erhalten. Eine Blühoase statt Parkplatzwüste“, sagt Klopfer. Nicht nur als grüne Lunge, sondern auch für kleinere Veranstaltungen würde die Stadt den zusätzlichen Parkbereich gerne nutzen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Klopfer zusammen mit Petra Häffner Ende August einen Brief an die Staatssekretärin Gisela Splett im Finanzministerium formuliert. In diesem Brief bitten die beiden darum, den vereinbarten Rückbau noch einmal zu überdenken – aus verschiedenen Gründen.

So wird unter anderem dargelegt, dass in Schorndorf bereits seit langem andere Landesbeamte für ihre Stellplätze in der Innenstadt zahlen müssen – nämlich die Lehrer an den dortigen Schulen. 200 Euro pro Jahr sind pro Auto fällig: „Wir wollen diese Parkgebühren im Herbst noch einmal erhöhen und gleichzeitig den Zuschuss für das Jobticket erhöhen“, sagt Matthias Klopfer. Damit wolle die Stadt einen Beitrag zur Verkehrswende leisten.

Finanzamt und Amtsgericht sind in wenigen Minuten vom Bahnhof erreichbar

Petra Häffner findet, dass Finanzamt und Amtsgericht ideal an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden seien: „Vom Bahnhof benötigt man drei Minuten zu Fuß, so lange ist man in großen Unternehmen vom Parkplatz bis zur Eingangstür unterwegs“, sagt die Landtagsabgeordnete. Sie weiß zudem zu berichten, dass es mit dem kostenfreien Parken bald vorbei sein könnte: „Das Land baut die Bewirtschaftung der eigenen Parkplätze aus.“

Ende September wird der Gemeinderat über den Rückbau der Gartenschauanlagen beraten. Bis dahin hoffen Klopfer und Häffner auf eine Rückmeldung. „Wir wären schon über einen Teilerfolg sehr froh“, sagt der Oberbürgermeister.

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