Was ist "Pink Money"? Foto: Chay_Tee/ Shutterstock

Neuerdings hört man im wirtschaftlichen Kontext immer mal wieder von „Pink Money“ oder „Pink Dollar“. Doch was hat es damit auf sich und was hat die LGBTQ-Community damit zu tun?

"Pink Money" oder "Pink Dollar" bezieht sich auf die Kaufkraft der LGBTQ+-Gemeinschaft und die wirtschaftliche Bedeutung dieser Gruppe als Konsumenten. Die Begriffe sind besonders in englischsprachigen Ländern verbreitet, werden aber auch in anderen Regionen verwendet. Die Konzepte sind in verschiedenen Aspekten des Marketings und der Wirtschaft von Bedeutung.

Die LGBTQ+-Gemeinschaft wird als bedeutende Konsumentengruppe gesehen, die oft überdurchschnittlich hohe verfügbare Einkommen hat und bereit ist, für Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen, die ihre Bedürfnisse und Interessen ansprechen.

Mit Stärkung der Rechte und wachsender Akzeptanz gegenüber der LGBTQ+-Community, hat sich der „Pink Money“-Markt in der Vergangenheit von einem Randmarkt hin zu einer wachsenden Industrie entwickelt. Viele Unternehmen richten sich in ihrer Ansprache oder mit ihren Produkten gezielt an Menschen aus der LGBTQ-Community. Dazu zählen sowohl Einzelhändler, Geschäfte und Onlineshops, als auch Bars, Clubs, Restaurants, Hotels und andere Branchen.

Der Gedanke dahinter, Produkte und Dienstleistungen explizit an die LGBTQ+-Community zu vermarkten: Akzeptanz und Anerkennung signalisieren und den Konsumenten somit das Gefühl geben, gesehen und respektiert zu werden. Dies ist besonders in einer Gesellschaft wichtig ist, in der LGBTQ+-Menschen oft noch Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren. LGBTQ+-freundliche Produkte und Dienstleistungen schaffen sichere Räume, in denen sich die Mitglieder der Community akzeptiert fühlen. Dies ist für viele besonders in Bereichen wie Reisen, Unterbringung und Freizeitaktivitäten wichtig, wenn man sich aus seinem gewohnten Umfeld herausbewegt.

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Laut Marktforschungsunternehmen LGBT Capital wird die weltweite LGBTQ+-Bevölkerung ab 15 Jahren auf 388 Millionen Menschen geschätzt. Die jährliche globale Kaufkraft des LGBTQ+-Verbrauchersegments – also das Pink Money – wird auf eine Höhe von 4,7 Billionen US-Dollar geschätzt.

Unternehmen entwickeln spezifische Marketingstrategien und Kampagnen, um die LGBTQ+-Gemeinschaft anzusprechen. Dies kann durch gezielte Werbung, Sponsoring von LGBTQ+-Veranstaltungen oder Unterstützung von LGBTQ+-Organisationen der Fall sein. Studien haben dabei gezeigt, dass die LGBTQ+-Gemeinschaft gerne Marken unterstützt, die ihre Werte und Identität respektieren und anerkennen.

Die Anerkennung und Nutzung von "Pink Money" durch Unternehmen wird oft auch als Zeichen gesellschaftlicher Akzeptanz und Unterstützung der LGBTQ+-Rechte wahrgenommen. Es gibt jedoch auch Kritik an der kommerziellen Nutzung der Community ohne echtes Engagement für ihre Belange. Man spricht dann von „Pinkwashing“, wenn Unternehmen oder Organisationen sich durch oberflächliche Unterstützung der LGBTQ+ Gemeinschaft ein fortschrittliches und unterstützendes Image geben und finanziell profitieren möchten, ohne aber echte Maßnahmen zur Förderung von LGBTQ+ Rechten und Gleichstellung zu ergreifen.