Innerhalb der gelb umrandeten Fläche wird nun die neue Kita Kauffmannstraße gebaut. Bis Dezember waren Botnanger Pfadfinder auf dem Gelände zuhause. Foto: Stadt Stuttgart

Die Pfadfinder wollen bauen und brauchen einen Termin bei der Stadt, bekommen aber keinen.

Botnang - Eigentlich wollten die Pfadfinder des Stammes der Feuerreiter ihr neues Häuschen auf einem Grundstück an der Kauffmannstraße schon bezogen haben, doch sie müssen seit Dezember auf dieser Fläche mit einem vier Quadratmeter großen Geräteschuppen vorlieb nehmen. Heizung, Toilette, fließend Wasser und Strom wären wünschenswert, gibt es aber nicht. Nun hat Michael Lohfink, der Vorsitzende der Pfadfinder, den Bezirksbeirat um Hilfe gebeten und rannte bei den Kommunalpolitikern offene Türen ein.

Anfang des Jahres musste der Stamm der Feuerreiter das Gebäude an der Himmerreichstraße 40/2 verlassen. Dort wird eine neue Kita gebaut. Das Amt für Liegenschaften und Wohnen suchte im Vorfeld händeringend nach einem Ersatzquartier und wurde an der Kauffmannstraße fündig. Doch damit sich die Pfadfinder auch langfristig dort zu Hause fühlen können, müssen die Rahmenbedingungen vor Ort geändert werden. 20 000 Euro hat der Stamm der Feuerreiter durch Spenden gesammelt, um ein sogenanntes Pfadfinderhäusle auf dem neuen Grundstück zu bauen. Die Pläne eines Architekten liegen vor, „wir können eigentlich sofort loslegen“, sagt Lohfink. Sechs bis acht Wochen bräuchte man, bis das Häuschen stehe. Aber seit Mai würden er und der Architekt nun vergebens versuchen, einen Termin beim Baurechts- und beim Stadtplanungsamt zu bekommen, um die notwendigen Anträge stellen zu können. „Dieses Treffen kommt bislang nicht zustande“, sagt ein verärgerter Michael Lohfink. Ständig werde man vertröstet. „Jetzt platzt uns langsam aber der Kragen“, sagt der Vorsitzende der Pfadfinder. Die Zeit werde knapp. Das Material des Vereins könne man auch nur noch bis Ende Oktober/Anfang November in Kellerräumen von Bekannten kostenlos einlagern. Und irgendwann werde es draußen auch wieder kälter. Treffen im Freien könnten dann nicht mehr stattfinden.

Es gibt weiterhin noch keinen Termin

Die Bezirksbeiräte waren sich in ihrer jüngsten Sitzung einig, dass den Pfadfindern geholfen werden muss. Die Kommunalpolitiker fordern sowohl das Stadtplanungs- als auch Baurechtsamt auf, so schnell wie möglich mit den Pfadfindern einen Termin zu vereinbaren. Auf Nachfrage sagt Kirsten Rickes, die Leiterin des Baurechtsamtes, dass ihr noch kein konkreter Standort für das Pfadfinderhäusle mitgeteilt wurde. Erst dann könne sie aktiv werden: „Meines Erachtens ist aktuell das Stadtplanungsamt der Ansprechpartner für die Pfadfinder.“

Man sei gerade dabei, einen Termin zu vereinbaren, sagt Sabine Stark vom Stadtplanungsamt auf Nachfrage. Wann der aber stattfinden werde, sei auch vom Architekten und Bauträger abhängig. „Es ist eben nicht so einfach, alle an einen Tisch zu bekommen – die Pfadfinder, das Amt für Liegenschaften und Wohnen, das Stadtplanungs- sowie das Baurechtsamt.“

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