Klettern ist Paul Schalls Leidenschaft. Auch wenn er derzeit wegen seines Studiums nicht mehr auf allerhöchstem Niveau dabei sein kann. Foto: www.zecken.de

Paul Schall hat sich zum Hochleistungssportler entwickelt. Der 22-Jährige ist engagiert im Deutschen Alpenverein – und jetzt auch bei einer Kampagne für Impfschutz.

Korntal-Münchingen - Er kennt sich aus mit Medien. Fotoshooting, Filmdreh, Interviews sind für den 22-jährigen Paul Schall aus Korntal-Münchingen gewohnt. Dabei gilt seine Leidenschaft nicht der Öffentlichkeitsarbeit, sondern dem Klettern. Der junge Mann ist Kletterer, zudem Trainer des Felskaders Baden-Württemberg des Deutschen Alpenvereins. Und er hat eine Botschaft: „Schützt Euch vor Zecken.“

Weil er als Outdoorsportler vor den Parasiten nicht gefeit ist, macht er sich für die Schutzimpfung stark. „Man hat ständig eine Zecke“, sagt er. Wenn er von einer Tour zurück ist, ist für ihn die Kontrolle durch eine andere Person selbstverständlich: Am Rücken, hinter den Ohren, natürlich an Armen und Beinen.

Kletterer seit Kindheitstagen an

Schall klettert von Kindheitstagen an. „Wir sind immer nur in Kletterurlaub gegangen, und irgendwann wächst man da rein“, sagt er. Irgendwann gehörte er dem Felskader des Deutschen Alpenvereins (DAV) an. Inzwischen ist er Trainer im DAV-Landesverband.

Weil der DAV Jugendliche und junge Erwachsene fördern wollte, so wie er auch die Wettkampfkader unterstützt, schuf er vor zehn Jahren einen Felskader. Island, Südafrika, Spanien hießen unter anderem seither Schalls Reiseziele. Auf die Schwäbische Alb oder ins Fränkische geht Schall auch– dann aber muss die Witterung stimmen: Im Winter kommt Deutschland als Outdoor-Trainingsgelände nicht in Frage.

Über den DAV ist Schall gefragt worden, ober er sich an der Kampagne für den Zeckenschutz beteiligen wolle. Er musste nicht überlegen, „weil ich es gut und richtig finde“. Das Finanzielle spiele eine untergeordnete Rolle. Ein Jahr lang gehören nun Interviews und Präsenz in den sozialen Medien zu Schalls Alltag. Verantwortet wird die Kampagne vom Pharmakonzern Pfizer – einer von etlichen Impfstoffproduzenten. „Menschen wie Paul Schall haben Vorbildcharakter. Sie faszinieren und können dazu beitragen, dass sich die Bevölkerung über die Krankheit FSME und entsprechende Vorsorgemaßnahmen informiert“, teilt das Unternehmen mit.

Faszination Vielfalt

Die Vielfalt mache die Faszination am Klettersport aus, sagt der junge Mann, der regelmäßig auch in der Halle trainiert. „Die Vielseitigkeit macht’s.“ Kraft, Technik, Beweglichkeit und die mentale Stärke seien gleichermaßen gefordert. Man dürfe nicht unterschätzen, gedanklich immer bei der Sache sein zu müssen. „Es ist eine Kopfsache, was man macht.“ Mache man einen Fehler, geht’s gleich etliche Meter runter. Schall ist abgesichert, im Zweifelsfall hängt er viele Meter tiefer in den Seilen.

Bei Wettkämpfen startet Schall derzeit nicht. Das Studium geht vor. Einst Jahrgangsbester an der Korntaler Realschule, studiert Schall nach Abitur und einer Auszeit nun in Stuttgart Maschinenbau.

Die Zecke überträgt Krankheiten

Parasit
Die Zecke ist ein weltweit verbreiteter Parasit, der sich vom Blut zahlreicher Wirbeltiere ernährt. Der Blutverlust ist für Mensch und Tier nicht das Problem. Die Zecke ist vielmehr vor allem ein Überträger von Krankheitserregern auf Mensch und Tier. Sie zählt biologisch zur Klasse der Spinnentiere, konkret zur Gruppe der Milben. In Deutschland ist die Zeckenart namens Gemeiner Holzbock die am weitesten verbreitete Zeckenart.

Gefahren
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch ein Virus ausgelöst. Sie kann zur Entzündung von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark führen. Die Borreliose ist eine durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Die Bakterien können Nervensystem, Gelenke, Organe und Gewebe befallen.

Risikogebiet
Zecken werden aktiv, sobald es an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen mindestens sieben Grad hat. In Deutschland ist die Zeckensaison deshalb in der Regel von Februar bis Oktober. In Deutschland besteht laut dem Robert-Koch-Institut vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen ein Risiko, sich mit dem FSME-Virus zu infizieren.

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